S&P 500 auf neuem Allzeithoch

Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für Deutschland bei UBS Global Wealth Management

Der S&P 500 hat diese Woche einen neuen Höchststand erreicht und erstmals die Marke von über 3000 Punkten überschritten. Anbei finden Sie einen Kommentar von Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für Deutschland bei UBS Global Wealth Management.

„Nachdem der amerikanische Leitindex dieses Jahr 20% gestiegen ist, könnten Anlegern aus Angst vor einer substantiellen Korrektur sich unwohl fühlen, neues Kapital in Aktien zu investieren. Historisch jedoch sind neue Höchststände kein Zeichen für einen imminenten Abschwung:

§     Seit 1950 lag der durchschnittliche Kursgewinn des S&P 500 in den sechs Monaten nach einem neuen Allzeithoch bei 4.7%, verglichen mit einem durchschnittlichen Sechsmonatsanstieg von 4.2% über den gesamten Zeitraum.

§     Grössere Korrekturen nach einem neuen Allzeithoch sind eher die Ausnahme. In rund 11% der Fälle fiel der amerikanische Leitindex mehr als 5% über sechs Monate nach jedem neuen Allzeithoch.

§     Positive Kursentwicklungen dauern häufig für einen längeren Zeitraum an. Basierend auf monatlichen Renditen hat sich der S&P 500 seit 1945 in zwei Drittel der Zeit nur maximal 10% vom Höchststand entfernt.

Für einen Bärenmarkt nach einem neuen Allzeithoch brauchte es in den letzten fünfzig Jahren entweder eine Rezession in den USA innerhalb des nächsten Jahres oder – wie 1987 – eine deutliche Überbewertung von Aktien gegenüber Anleihen. Wir erwarten über unseren Prognosezeitraum bis Ende 2020 einen Abschwung der US-Wirtschaft hin zu ihrem langfristigen Wachstumspotential von um die 2%. Das ist keine Rezession.

Aktuelle reale Zinsen, US Hochzinsanleihenaufschläge, sowie die Verfassung des US-Konsumenten deuten nicht auf eine kurz bevorstehende Rezession hin. Zusätzlich sind Aktien weiterhin günstig gegenüber Anleihen bewertet. Die globale Aktienrisikoprämie beträgt derzeit 5.8% gegenüber dem langfristigen Durchschnitt von 3.9%.

Auch wenn die Aktienmärkte nach ihrem starken Anstieg seit Jahresbeginn und Normalisierung der Bewertungen wohl niedrigere Renditen in der zweiten Jahreshälfte erwirtschaften werden, ist es unserer Meinung nach zu früh, auf eine baldige Korrektur zu setzen.“




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