Heterogenität bietet Renditechancen

An den Emerging Markets lief es nicht immer rund. Allerdings bietet eine Anlage in der Region dennoch viele Vorteile.

Viele Aktienmärkte der Schwellenländer haben einen fulminanten Auftakt in das Börsenjahr 2016 hingelegt: Brasilien, die Türkei, Polen, Ungarn, Chile, Malaysia und Russland gehörten im ersten Quartal des Jahres zu den Märkten mit den höchsten Wertzuwächsen weltweit – gemessen in Euro. Um etwa zehn bis zwanzig Prozent legten die entsprechenden Aktienindizes zu, während die Märkte in den USA und Europa deutlich im Minus notierten. Freilich liefen nicht alle Emerging Markets so rund: Für Aktien aus China, Indien Saudi-Arabien und Vietnam zum Beispiel standen die Vorzeichen zum Ende des ersten Quartals auf Rot – zumindest aus Sicht eines Anlegers, der in Euro rechnet.

Gegenwind aus China

Dies zeigt zweierlei: Zum einen können Aktien aus Schwellenländern einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Risiko- Rendite-Profile von Portfolios zu diversifizieren. Denn wie der Jahresauftakt zeigt, entwickeln sie sich längst nicht immer im Gleichschritt mit den Märkten der Industriestaaten. Daher sollten Anleger Schwellenländer-Aktien in ihre Anlageentscheidung einbeziehen. Zum anderen lassen Emerging Markets sich nicht als homogene Gruppe begreifen, so wie es früher mitunter der Fall war. Denn das Umfeld aus Politik und Konjunktur ist von Land zu Land verschieden. Dies spiegelt sich darin wider, dass die Wertentwicklungen mitunter deutlich auseinander driften.

In den vergangenen Jahren haben die Schwellenmärkte weltweit deutlichen Gegenwind zu spüren bekommen. Dies war vor allem auf die Wachstumsverlangsamung in China und den erheblichen Rückgang der Rohstoffpreise zurückzuführen. Denn Chinas boomende Wirtschaft verlieh auch anderen Ländern – vor allem in Fernost – Rückenwind, die zum Beispiel in das Reich der Mitte exportieren. Und der Rohstoffboom belebte die Konjunktur von Ländern wie Russland oder Brasilien, deren Wirtschaft zu einem Großteil auf dem Rohstoffgeschäft beruht.

Zudem hat die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben könnte, die Stimmung in Bezug auf Emerging Markets belastet. Denn bei steigenden Zinsen in den USA könnten die Kosten, zu denen die Schwellenländer ausländisches Kapital als Treibstoff ihrer Wirtschaft aufnehmen, steigen – so die Überlegung. Wir gehen aber davon aus, dass der gegenwärtige Zinserhöhungszyklus in den USA wohl sehr gedämpft ausfallen wird. Der Druck auf die Schwellenländer dürfte somit nachlassen, da die Kosten für die Beschaffung von ausländischem Kapital niedrig bleiben.




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