Steigende Aktienkurse reduzieren CO2-Emission

Michael Steen, EZB

Eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Gut entwickelte Aktienmärkte können helfen, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß einer Volkswirtschaft zu verringern. Denn Aktienmärkte seien besser als Banken darin, Investitionen in umweltfreundliche oder „grüne“ Bereiche zu lenken. Die Studie wurde am Mittwoch auf der Internetseite der EZB veröffentlicht.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung lautet, dass in Volkswirtschaften, in denen die Unternehmensfinanzierung eher über den Aktienmarkt verläuft, weniger Schadstoffemissionen erzeugt würden als in solchen, in denen die Finanzierung eher über den Bankensektor erfolgt. Zwar stellen die Autoren ebenfalls fest, dass diesem Effekt eine Verlagerung von Emissionen ins Ausland gegenüberstehen könne. Allerdings sei dieser Effekt bei weitem nicht stark genug, um den mindernden Effekt entwickelter Aktienmärkte zu egalisieren.

Die Autoren erklären ihre Ergebnisse im wesentlichen mit zwei Gründen. Erstens würden innovative und energieeffiziente Unternehmen in der Regel stärker in Ländern mit entwickelten Aktienmärkten wachsen. Zweitens drohten umweltfreundlichen Unternehmen weniger Rechtsstreitigkeiten aufgrund der Verwicklung in Umweltkatastrophen. Hierauf legten Aktienanleger besonderen Wert.

Die Autoren sprechen die Empfehlung aus, dass Ländern mit stark bankbasierten Finanzsystemen und dem Ziel einer umweltfreundlichen Politik nicht nur auf neuartige Anlageformen wie Green Bonds setzen sollten. Vielmehr sollte auch die Entwicklung des Aktienmarkts vorangetrieben werden, um umweltfreundliche Innovationen zu fördern.

Darüber hinaus könnte von Banken verlangt werden, umweltbezogene Informationen über die von ihnen per Kredit finanzierten Unternehmen zu veröffentlichen. Auch „grüne“ Kreditrichtlinien für die Banken seien denkbar. China etwa gehe diesen Weg.




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