Tiger aus der zweiten Reihe

Die südostasiatischen Staaten wollen sich mit der AEC zu einem großen Markt zusammenschließen. Auch wenn das nur schleppend gelingt, hat die Region großes Potenzial.

Und immer wieder Staub und Bagger: Die Fahrt über den Asian Highway 1 bei Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh wird immer wieder von Baustellen gestoppt. Unzählige Motorroller schlängeln sich an den Autos vorbei, den Menschen in den Tucktucks wird der Dreck ins Gesicht geblasen. Für wenige Kilometer braucht man Stunden.

Kaum zu glauben, dass dieser Ort zum gleichen Wirtschaftsraum wie das moderne Singapur gehört. Und doch wird hier geschuftet, damit diese beiden Orte enger zusammenwachsen. Später könnten über die verbreiterte Straße einmal Waren zum Hafen Saigons transportiert und dann zum Beispiel in den Stadtstaat verschifft werden.

Ziel: Gemeinsamer Binnenmarkt

Der Abschnitt des Asian Highway 1 ist eines der vielen Projekte, mit denen Südostasien immer enger zusammenwachsen will – und so zu einer neuen Wirtschaftsmacht aufsteigen möchte: Insgesamt zehn Staaten haben sich zur südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean zusammengeschlossen. In ihnen leben rund 620 Millionen Menschen, zusammen erwirtschaften sie mehr als 2,6 Billionen US-Dollar. Schon jetzt ist Südostasien damit der siebtgrößte Wirtschaftsraum der Welt.

Während Emerging Markets wie Russland, Südafrika und Brasilien in die Krise geraten sind, trotzen die asiatischen Schwellenländer dem Trend. Für dieses Jahr rechnet die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) für die zehn Asean-Staaten mit einem Wachstum von 4,5 Prozent. Im kommenden Jahr sollen es schon 4,8 Prozent sein. Langfristig geht die ADB davon aus, dass die Staatengemeinschaft das Potenzial zum viertgrößten Wirtschaftsraum der Welt hat.

Dieses Jahr steht die Region besonders im Fokus: Zum Jahreswechsel haben sich die Asean-Staaten zur Asean Economic Community (AEC) zusammengeschlossen. Mit dem symbolischen Meilenstein, der in vielen Metropolen der Region gefeiert wurde, sind weitere Zölle und Hürden zwischen den Arbeitsmärkten gefallen. Das langfristige Ziel ist ein gemeinsamer riesiger Binnenmarkt nach dem Vorbild der EU. Eine gemeinsame Währung kommt für die Staaten allerdings nicht infrage.




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