Trump-Rallye wird weiter andauern

An der Wall Street befinden sich die Aktienkurse nach der Wahl von Donald Trump in einer ausgeprägten Haussebewegung. Die Experten von BNY Mellon sehen hierbei das Kurspotenzial noch lange nicht ausgereizt.

Bei in US-Aktien engagierten Investoren könnte die Frage aufkommen, ob sich der sogenannte „Trump-Bump“ nun allmählich seinem Ende entgegenneigt. Seit der Wahl des 45. US-Präsidenten ist der S&P 500-Index nämlich im Aufwind und hat im November (2.200), Dezember (2.250) und Februar (2.300) immer neue Allzeithochs erreicht. In diesem Zeitraum ist der Wert des Index um rund zwei Billionen US-Dollar gestiegen.

Für John Bailer, Fondsmanager bei TBCAM, bieten einige Marktsegmente aber nach wie vor fundamentale Anlagechancen. Dies gilt insbesondere, da die neue Regierung ihren Fokus auf die Senkung der Unternehmensbesteuerung sowie die Lockerung des aufsichtsrechtlichen Umfelds legt. Ein weiterer Grund sind die sich verbessernden US-Konjunkturaussichten.

Bailer erklärt: “Unserer Meinung nach könnte allein die Reform der Unternehmensbesteuerung die Gewinne pro Aktie im S&P 500-Index bis 2018 um sieben Prozent nach oben treiben. Dies hat für 2018 ein attraktives Kurs-/Gewinnverhältnis (KGV) von 15 zur Folge, dass wir angesichts des aktuellen Zinsniveaus für sehr ordentlich halten.”

Steigende Gewinnerwartungen

Darüber hinaus gibt es laut Bailer auch Unternehmen und Branchen, die von den politischen Aktivitäten der neuen Regierung überproportional stark profitieren könnten. Vor allem der Finanzsektor könnte sich nach Einschätzung von TBCAM erfreulich entwickeln und dank eines niedrigeren Steuersatzes ein Gewinnplus von 18 Prozent vorlegen. Er fügt hinzu: “Unserer Auffassung nach könnten die Gewinne von Finanzfirmen sogar noch weiter ansteigen, falls gleichzeitig auch die Zinsen nach oben klettern, die regulatorischen Kosten sinken und das Kreditwachstum wieder anzieht. So könnten einzelne Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungssektor aufgrund dieser Veränderungen unserer Meinung nach ein Gewinnwachstum von bis zu 50 Prozent verzeichnen.”

Das bedeutet jedoch auch, dass den Anlegern klar sein muss, wie sie in anderen Marktsegmenten positioniert sind. Anlass zur Sorge sieht Bailer etwa bei US-Firmen, die ihre Einnahmen im Ausland erzielen oder Waren in die USA einführen, da diese Unternehmen durch eine geplante Erhöhung der Importsteuern beeinträchtigt werden könnten. Anleihenähnliche Papiere könnten sich seiner Meinung nach ebenfalls unterdurchschnittlich entwickeln, weil immer mehr Firmen aus anderen Branchen von Steuersenkungen profitieren und deshalb ihre Dividenden erhöhen.

Dies ist in gewisser Weise unlogisch. So macht beispielsweise das Segment Versorger – ein traditioneller Zufluchtsort für Dividendenanleger – bei einzelnen Kennzahlen derzeit einen attraktiven Eindruck. So weist diese Branche momentan eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent auf, während das erwartete Dividendenwachstum auf Sicht von drei Jahren bei 5,5  Prozent liegt. Mit 18,2 macht auch das KGV dieses Industriezweigs einen durchaus vernünftigen Eindruck. Trotzdem bieten Finanztitel mit einer Dividendenrendite von 3,4 Prozent, einem erwarteten dreijährigen Dividendenwachstum von 9,9 Prozent und einem KGV von 11,9 aktuell wesentlich bessere Anlagechancen sowie ein gleichzeitig deutlich höheres Wachstumspotenzial.

Bailer erklärt: “Bis zum letzten Quartal schien es den Markt nicht zu interessieren, dass diese Branche bessere Aussichten beim Dividendenwachstum aufwies und außerdem noch günstiger bewertet war. Auf ihrer Suche nach laufenden Erträgen setzten die Anleger stattdessen weiterhin auf anleihenähnliche Papiere. Da sich Finanztitel in den letzten Monaten aber wieder erholt haben, stellen wir in dieser Hinsicht allmählich eine Trendwende fest. Allerdings liegt unserer Meinung nach noch ein langer Weg vor uns.”




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