Unternehmerinnen und Unternehmer setzen auf Aktien

Andreas Rapp, Leiter Private Banking bei Ellwanger und Geiger

Auch volatile Zeiten und selbst historische Tiefstände bieten Chancen für risikoaffine Anleger. Ein Stimmungsbericht des Stuttgarter Geldhauses Ellwanger & Geiger.

Einen Crash wie diesen hat es lange nicht gegeben. Und noch ist nicht klar, ob die derzeitige Krise infolge der Corona Pandemie in eine Rezession oder eine Depression führt. Als Mitte März die Aktienkurse auf immer weitere Tiefstände sanken und manche Anleger panisch verkauften, konnte bei Unternehmern ein entgegengesetzter Trend beobachtet werden. Viele nutzten die niedrigen Kurse und erhöhten den Anteil der Aktien im Depot, der bei ihnen häufig ohnehin bereits größer ist als im bundesweiten Durchschnitt. „Wir sehen, dass Unternehmenstitel einen hohen Stellenwert in der Vermögensanlage von Unternehmern einnehmen“, sagt Andreas Rapp, Leiter Private Banking beim Privatbankhaus Ellwanger und Geiger. Dies hat sich in den vergangenen, von der Pandemie geprägten, Monaten noch einmal verstärkt.

Klumpenrisiken meiden

„Achtung ist dennoch geboten, gerade in diesem bestehenden volatilen Umfeld“, sagt Rapp. Heißt, dass eine breite Diversifizierung noch stärker in den Mittelpunkt rückt. Die Anlage muss über Länder, Branchen und Themen hinweg diversifiziert werden. Wichtig ist dabei die Anlage genau zu kennen, gibt es doch einige versteckte Gefahren. Beispielsweise ist eine Beimischung von Gold als „sicherer Hafen“ grundsätzlich sinnvoll, doch darf nicht vergessen werden, dass Gold in US-Dollar gehandelt wird. Investitionen in Gold sind so auch immer Investitionen in die amerikanische Währung. Ähnliches gilt für globale Indexfonds, bei diesen fließt über 60% in den US-Dollar. „Nachhaltige Diversifizierung ist gerade für Unternehmer eine große Herausforderung, da sie dazu neigen, stark in Anlagebereiche zu investieren, in welchen sie selbst beruflich erfolgreich sind“, sagt Rapp. Dieser „Bias“ kann im Extremfall zu großen Klumpenrisiken führen.

Vermögensnachfolge im Blick halten

Für Unternehmer, die langfristig von einer Aufwärtsbewegung bei Aktien ausgehen, bieten sich bei großen Einbrüchen auch Chancen mit Blick auf die Vermögensnachfolge. Schließlich können große Aktienpakete bei niedrigeren Bewertungen „günstiger“ an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. „Bei dem derzeitigen Freibetrag von 400 000 Euro über zehn Jahre können solche Überlegungen durchaus angestellt werden“, sagt Rapp.




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