Verändern nachhaltige Anlagen die Wirtschaft?

David Reusch, Vorstandsvorsitzender von CRIC

Theoretisch ja, praktisch aber nur bedingt: So lässt sich das Ergebnis des im Herbst 2019 erstmals erhobenen „Stimmungsbarometer nachhaltige Geldanlagen“ des Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) zusammenfassen.

Während 95 Prozent der Befragten grundsätzlich davon überzeugt sind, dass ethisch-nachhaltige Geldanlagen einen Effekt haben, um die Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit umzugestalten und die Welt gerechter und zukunftsorientierter zu machen, zweifeln knapp 30 Prozent daran. Sie bezweifeln, dass ethisch-nachhaltige Investments unter derzeitigen Bedingungen tatsächlich einen nennenswerten Beitrag leisten können, um notwendige Veränderungen anzustoßen, die Sustainable Development Goals zu erreichen oder den Klimawandel zu stoppen.

Als Bremser einer transformativ wirkenden ethisch-nachhaltigen Geldanlage werden dem CRIC-Stimmungsbarometer zufolge vor allem die nationale Politik und die Finanzwirtschaft eingestuft. Große Hoffnung setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage dagegen in die europäische Politik und die institutionellen Investoren. Eine weitere zentrale Erkenntnis: Eine besonders positive Rolle für die Qualität ethisch-nachhaltiger Geldanlagen wird der Zivilgesellschaft zugesprochen.

Das Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) hat das Stimmungsbarometer entwickelt, um einen Beitrag zur Debatte um das Wirkungspotenzial ethisch-nachhaltiger Investments zu leisten. Denn während die Marktstatistiken Jahr um Jahr eindrückliche Wachstumszahlen im Volumen ethisch-nachhaltiger Investments präsentieren, bleibt die Frage nach deren Qualität bislang weitgehend unbeantwortet. Genau hierauf kommt es nach dem Verständnis von CRIC aber an: Eine Geldanlage ist demnach erst dann nachhaltig, wenn sie eine transformative Kraft entfaltet.

Das CRIC-Stimmungsbarometer ist als Wahrnehmungsindex konzipiert und basiert auf einer Umfrage unter privaten und institutionellen Anlegern sowie Fachleuten aus Politik, Medien, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Finanzwirtschaft. Die Forschungs- und Beratungsorganisation VICESSE hat die Umfrage methodisch begleitet. Der Wahrnehmungsindex soll von nun an jährlich erhoben werden.

David Reusch, Vorstandsvorsitzender von CRIC: „Ethisch-nachhaltige Investments haben das Potenzial, erheblich zu einer gerechteren und zukunftsorientierteren Wirtschaft beizutragen. Hierfür muss jedoch die Frage nach der Qualität immer wieder neu ins Zentrum der Debatte gerückt werden. Wir müssen Hinweisen nachgehen, wie die Wirksamkeit nachhaltiger Geldanlagen weiter verbessert werden kann. Mit dem CRIC-Stimmungsindikator möchten wir hierzu einen Beitrag leisten. Wir wollen Hindernisse und Treiber identifizieren, damit fördernde Faktoren weiter gestärkt werden können.“




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