Warnung vor Platzen der Anleihenblase

Die Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle warnt vor einem Platzen der Anleihenblase. Dies hätte dramatische Folgen für Anleger, die diesbezüglich auf drei Faktoren achten sollten.

“Ein anhaltender Ausverkauf von Anleihen ist wahrscheinlich“, schreibt Jim Cielinski, Leiter des Bereiches Anleihen bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Marktkommentar.

Um abzuschätzen, wie weit die Kurse fallen und die Renditen im Gegenzug steigen könnten, sollten Anleger auf drei Faktoren achten: Die Inflationserwartungen, die Konjunktur in China sowie die geopolitische Entwicklung in Europa.

Fiskalpolitik bewegt Märkte

Die nach wie vor niedrigen Inflationserwartungen könnten vor allem durch das Wachstumsprogramm und die Deregulationspläne der neuen US-Regierung Rückenwind erhalten und damit höhere Renditen unterstützen.

China könnte, wenn die Konjunktur sich stabilisiert und Investitionen im eigenen Land wieder sinnvoller erscheinen, weniger Anleihen im Ausland kaufen und dadurch die Nachfrage senken. Und in Europa würde eine Abkehr von den EU-Schuldenlimits vermutlich zu höheren Renditen führen.

Vor diesem Hintergrund sollten Anleger ihre Strategien global ausrichten und vor allem die genannten Makrosignale im Auge behalten, um ihre Portfolios auf Renditeveränderungen auszurichten.

Auch Marktexperte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, warnte im Rahmen des 6. Cash.-Branchengipfels Sachwertanlagen Ende letzten Jahres vor einem Platzen “der größten Anlageblase der Welt”, wenn “die Zinsen nachhaltig erhöht würden”.

Zinsen dürfen nicht steigen

In diesem Szenario würden sämtliche Versicherer, Pensionskassen und Kapitalanlagestellen ihre Staatspapiere zeitgleich verkaufen, um sich die gewaltigen Buchgewinne zu sichern, die seit 1981 angesammelt worden seien.

Die Zinsen dürften somit nicht mehr wirklich steigen. Und falls es doch noch einmal so etwas wie 1948 weltweit geben sollte, sei man mit Sachvermögen immer auf der besseren Seite. Geldvermögen wäre dann vom Winde verweht.

Autoren: Tim Rademacher, Natalie Lennert




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