Warum auch Altbauwohnungen nachhaltig sind

Mark Heydenreich, Geschäftsführer Fortis

Stuckverzierte Decken, zweiflüglige Durchgangstüren und Parkettböden. Die meisten Menschen denken hierbei sofort an Altbau-Charme – nicht aber an Nachhaltigkeit. Warum das ein Fehler ist.

Denn allzu oft gelten alte Gebäude als schön, aber ineffizient: Zu hohe Heizkosten, schlecht isolierte Fassaden oder zugige Fenster prägen häufig die Vorstellung. Doch gerade für junge Menschen ist der eigene ökologische Fußabdruck ein bedeutendes Thema. Es beginnt beim wiederverwendbaren Kaffeebecher, setzt sich bei der klimagünstigen Alternative zum Kurzurlaub fort und überträgt sich schließlich auch auf die eigene Immobilie – und vor allem auf das erste Eigenheim. Doch kann die charmante Altbauwohnung mit diesen hohen Nachhaltigkeitsstandards in Einklang gebracht werden?

Geringe Nachrüstungen haben bei Altbauten enorme Wirkung

Betrachtet man allein die laufenden Energiekosten, ist natürlich eine Neubauwohnung zunächst einmal im Vorteil. Wenn man jedoch auch die Produktion und den Transport der Bauteile dazurechnet, wird dieser Vorteil schnell wieder aufgehoben. Denn Altbauwohnungen können gezielt modernisiert werden, um deren Energiebilanz deutlich zu verbessern. Beispielsweise lässt sich die Heizung nachrüsten. Oftmals veraltet und noch mit Öl betrieben, sind die Heizkosten eines unsanierten Altbaus nicht nur aufgrund der hohen Decken vor allem im Winter immens. Eine umweltfreundlichere und vom Staat subventionierte Alternative ist die Umrüstung der Heizanlage auf Gas oder Fernwärme. Darüber hinaus sollte eine Dämmung der Fassade und des Dachs erfolgen.

Selbst kleinere Investitionen können bereits dabei helfen, das Eigentum nachhaltiger zu gestalten: Durch Wassersparaufsätze in Duschen und Waschbecken etwa kann erheblich an Wasser gespart werden, ohne dass die Duschqualität darunter leiden muss. Generell gelten moderne Sanitäranlagen wie Toiletten mit effizienten Spülkästen im Vergleich zu älteren Modellen zudem als umweltfreundlicher.

Fachgerechte Altbausanierungen erhalten das Stadtbild

Doch Nachhaltigkeit bedeutet für viele Käufer längst nicht mehr nur ein sparsames Einsetzen der natürlichen Ressourcen. Vielmehr kommt eine soziale Verantwortung hinzu, die der Selbstnutzer übernimmt: Er erhält einen Teil der Historie und des Stadtbilds und gibt es an nachfolgende Generationen weiter. Daher ist es wichtig, dass beispielsweise eine umfangreiche Modernisierung der Fenster und Fassaden so durchgeführt wird, dass nichts vom Altbau-Charme verloren geht. Weitere Modernisierungsmaßnahmen wie etwa ein Aufzug an der Außenwand im Innenhof können dafür sorgen, dass Altbauwohnungen auch für ältere Generationen zugänglicher werden und die Nachbarschaft somit generationenübergreifend durchmischt wird beziehungsweise bleibt.

Altbauimmobilien sind in der Regel auch wirtschaftlich nachhaltig

Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist der ökonomische. Schließlich wollen junge Käufer ihr Kapital wertstabil anlegen. Darin besteht das wichtigste Argument im konstanten Zuzug in die deutschen Metropolen, allen voran Berlin. Anders als Neubauten sind Altbauwohnungen nicht reproduzierbar und in ihrer Stückzahl begrenzt – aber gleichzeitig stark nachgefragt. Selbst wenn sich die Märkte für Eigentumswohnungen im Neubausegment also entspannen sollten, ist der Käufer vor einer Wertminderung geschützt.

Wie ein Käufer Nachhaltigkeit definiert, liegt immer im individuellen Ermessen. Innerhalb des Segments der Altbauimmobilien kann eine Kaufentscheidung zugunsten einer bestimmten Wohnung maßgeblich von der Energieeffizienz, dem historischen Charme oder dem wirtschaftlichen Aspekt abhängig sein. Zahlreiche Altbauten vereinen jedoch alle diese Vorteile – und eignen sich damit ideal als Investmentprodukt für nachhaltig orientierte Käufer.

Autor Mark Heydenreich ist Vorstandsvorsitzender der Fortis Real Estate Investment AG

 




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