Warum Infrastrukturinvestitionen trotz Covid-19 lohnen

Edmund Leung, First State Investments

Leere Autobahnen, Flughäfen und Züge sowie unterbrochene Lieferketten, haben das Interesse an Infrastrukturinvestments in den letzten Wochen gedrückt. Das ist nicht immer berechtigt. In welchem Segment der Sektor Chancen bietet und warum.

„Unser Alltag findet jetzt online statt“, sagt Edmund Leung, Portfolio Manager im Global Listed Infrastructure Securities Team von First State Investments. „Virtuelle Calls mit Kollegen und Kunden unterteilen den Arbeitstag und nach Feierabend erholen wir uns mit Videospielen, Skype und Netflix. Während die Straßen leer sind, ist die Datenautobahn überlastet. Nach Angaben einiger Telekommunikationsanbieter hat der Internetverkehr seit Ausbruch der Covid-19 Pandemie um bis zu 60 Prozent zugenommen, wie aus einem Bericht der OECD hervorgeht.

Ausbau der Netzwerk ist essenziell

Damit Mobilfunknetze und Internetverbindungen trotz des steigenden Datenverbrauchs stabil bleiben, müssen Telekommunikationsdienstleister ihr Netzwerk ausbauen. Wir sind überzeugt, dass die Umsätze der Anbieter der entsprechenden Infrastruktur spätestens in der mittleren Frist steigen werden. So wird die Nachfrage nach Funktürmen wachsen, wenn dort mehr Flächen angemietet werden, um beispielsweise Antennen anzubringen. Eigentümer von Telekommunikationsinfrastruktur können daher sogar von Kontakt- und Ausgehbeschränkungen sowie Büroschließungen profitieren, im Gegensatz zu vielen anderen Infrastrukturunternehmen.

Positive Aussichten für Funkturm-Vermieter

Auch unabhängig davon, wann und wie stark Regierungen die Vorgaben lockern, sind die Aussichten für Vermieter von Funktürmen positiv. Der steigende Datenverbrauch ist ein langfristiger Trend, besonders die Nachfrage nach mobilen Daten wächst stetig. Seit Jahren verlagern wir unseren Alltag ins Internet: Streaming statt Fernsehen, Online-Banking statt Filialbesuch und Online-Shopping statt Einkauf im Laden. Der Ausbruch des Coronavirus hat diese Entwicklung nur beschleunigt, nicht ausgelöst.

Umstieg auf 5G pusht

Zum Wachstum des Sektors trägt auch der anstehende Umstieg auf 5G bei, die neue Generation des Mobilfunknetzes, die ein dichteres Netz an Funktürmen benötigt. Positiv für Unternehmen und ihre Investoren ist dabei, dass die Einstiegshürden hoch sind und die Mietverträge mit fünf bis zehn Jahren lange Laufzeiten haben. Daher haben Eigentümer von Funktürmen eine hohe Preissetzungsmacht. Pro Jahr können sie die Mieten um durchschnittlich drei Prozent anheben. Wir erwarten, dass das US-Kerngeschäft dieses Jahr um fünf Prozent wachsen wird, was einen Anstieg der Cashflows um acht bis neun Prozent wahrscheinlich macht.“




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