Warum Unternehmensanleihen aus Schwellenländern besonders attraktiv sind

Das allgemeine Umfeld für Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern hat sich zuletzt deutlich verbessert – und zwar trotz der schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten vier Jahre. Ein Gastbeitrag von Colm McDonagh, Insight Investment, einer Boutique von BNY Mellon IM.

Obwohl Unternehmensanleihen grundsätzlich eine gewisse Zyklizität aufweisen, ist die Duration der repräsentativen Indizes für Unternehmenspapiere wesentlich niedriger als bei Schwellenländer-Staatsanleihen – und das bei höherer Bonitätsqualität. Neben diesen Eigenschaften lässt sich auch eine zunehmende Markttiefe – sowohl der Anlageklasse selbst als auch der weltweiten Anlegerschaft – beobachten. Aus diesem Grund halten wir Schwellenländer-Unternehmensanleihen mit Blick auf die nächsten fünf Jahre für eine der attraktivsten Anlageklassen.

Emerging Market Corporate Bonds – weniger liquide?

Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern gelten traditionell als das kleinere und weniger liquide Pendant zu Schwellenländer-Staatsanleihen. Ihre Attraktivität reicht jedoch nicht aus, um mehr als eine lediglich taktische Anlageoption zu sein. Deshalb mag es viele Marktteilnehmer verwundern, dass sich dieses Segment mittlerweile global zu einer bedeutsamen festverzinslichen Anlageklasse entwickelt hat. Im Hinblick auf die im Umlauf befindlichen Papiere übertreffen die sogenannten Emerging Markets Corporate Bonds inzwischen sogar US-Hochzins-Unternehmensanleihen und europäische Unternehmenspapiere mit Investment-Grade-Status.

Die Folge dieses Wachstums: eine strukturelle Verschiebung der Kreditvergabe auf Bilanzebene von Banken hin zu Vermögensverwaltern. Dies führt dazu, dass Schwellenländer-Unternehmensanleihen in Zukunft wohl größeren Einfluss auf die globalen Credit-Indizes haben werden. Darüber hinaus sollten diese Papiere für den globalen Anleihe-Markt eine immer größere Rolle spielen. Mehr als 60 Prozent aller Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern sind derzeit mit Investment-Grade-Status eingestuft, obwohl die Renditen dieser Papiere wesentlich höher sind als die ihrer Pendants aus den USA und aus Europa.




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