„Warum Verschwörungstheorien als Leitlinie für die Geldanlage gefährlich sind“

Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V.

Crash- und Weltuntergangspropheten, die ihre kruden Theorien zum Besten geben, haben während der Corona-Pandemie stark zugenommen. „Anleger sollten diesen oft selbsternannten Anlage-Gurus mit allerhöchster Skepsis begegnen, denn ihnen geht es vor allem darum, selbst Geld zu verdienen, sei es mit Vorträgen, mit Büchern oder eigenen Fonds“, warnt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland).

„Schließlich sind Verschwörungstheorien noch keine Anlagestrategie und haben nichts mit einer seriösen, langfristig und individuell ausgerichteten Finanzplanung zu tun.“ Denn mit einem professionell aufgebauten Portfolio im Rahmen einer durchdachten Finanzplanung, wie es beispielsweise der Vorgehensweise der vom FPSB Deutschland zertifizierten Certified Financial Planner (CFP®-Professionals) entspricht, lassen sich auch Krisenzeiten überstehen. Die Menschen über den Sinn und die Funktionsweise einer professionellen Finanzplanung aufzuklären, ist Zweck des Weltfinanzplanungstages, der am vergangenen Mittwoch im Rahmen der World Investor Week zum vierten Mal stattfand. Der Aktionstag wird vom Financial Planning Standards Board Ltd. (FPSB Ltd.) organisiert, dem internationalen Dachverband der Certified Financial Planner, zu dem auch der FPSB Deutschland gehört. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lebe heute. Plane für morgen“ und betont den Wert einer langfristig angelegten Finanzplanung gerade auch in Krisenzeiten.

Bizarre Fragestellungen

Wurde das Corona-Virus absichtlich in die Welt gesetzt, um das Bargeld abzuschaffen? Und um eine Währungsreform herbeizuführen und so die Menschen besser ausnutzen zu können? Bricht in der Folge der Euro zusammen? Und wo ist eigentlich das Gold der Bundesbank? Das sind einige der Fragen, mit denen sich Verschwörungstheoretiker gerne auseinandersetzen und aus deren Beantwortung sie dann Rückschlüsse für die optimale Geldanlage ziehen. „Ich kann nur davor warnen, sich als Anleger von solchen Gedankengängen leiten zu lassen“, erklärt Prof. Tilmes. „Denn daraus ergeben sich Investmentstrategien, die oft sehr kurzfristig und einseitig ausgerichtet sind und mit einer durchdachten und auf die persönlichen Bedürfnisse des Anlegers ausgerichteten Finanzplanung nichts zu tun haben.“

Seriöse Beratung: Individuelle Betrachtung des einzelnen Kunden

In der Tat gibt es klare Anhaltspunkte, an denen Anleger eine Anlageberatung erkennen können, bei der es nicht um Effekthascherei geht, sondern der Kunde im Mittelpunkt steht. Ein seriöser und gut ausgebildeter Finanzberater wird seinen Kunden zunächst nach dessen persönlichen und finanziellen Zielen und Plänen, seinen individuellen Bedürfnissen, den Herausforderungen, denen er sich in der Zukunft gegenübersieht, und nach seiner persönlichen Risikoneigung fragen. Auch betrachtet er die ganzheitliche Vermögensstruktur seines Mandanten und nicht nur einzelne Bereiche davon.

„Um zu einem individuell passenden Anlagevorschlag zu kommen, muss ein Berater insbesondere ein Verständnis dafür entwickeln, wie ein Anleger mit Verlusten umgeht und wie viel Risiko er im Ernstfall tragen kann“, erklärt Prof. Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch Academic Director Finance & Wealth Management an der EBS Executive School, Oestrich-Winkel, ist.

Risiko ist zentraler Begriff

Gerade der Risikobegriff ist zentral für das Gespräch mit einem Mandanten. Schließlich bedeutet Risiko für jeden etwas anderes. Für den einen ist es ein Risiko, wenn die eigene Geldanlage starke Wertschwankungen aufweist, für den anderen ist es erst der konkrete Verlust. Auch wird ein professioneller Anlageberater gemeinsam mit seinem Klienten ein maximales Verlustrisiko identifizieren, um festzustellen, ab welcher Verlusthöhe dieser nicht mehr schlafen kann.

In diesem Zusammenhang ist das magische Dreieck der Geldanlage von Bedeutung. Dieses besteht aus Rentabilität, Sicherheit und Liquidität eines Investments. „Ein seriöser Finanzplaner wird seine Kunden darüber aufklären, dass diese drei Aspekte nicht vereinbar sind“, so der FPSB-Vorstand weiter. Will ein Anleger eine hohe Rendite, dann muss er ein größeres Risiko eingehen, also auf Sicherheit verzichten, und unter Umständen auf die Fungibilität seiner Anlage, was bedeutet, dass sein Geld für längere Zeit gebunden ist.

Wie man zu einem wetterfesten Portfolio kommt

Eine Vielzahl weiterer Fragen gilt es hinsichtlich der Renditeerwartung, der Anforderung an die Beratung, des Kontakts zwischen Kunde und Berater sowie zum Entscheidungsprozess zu stellen. „Dieser Überblick soll verdeutlichen, dass es bei der Geldanlage um mehr geht als nur darum, das eigene Vermögen auf ein bestimmtes Szenario wie den Zusammenbruch des Euro, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit dann auch noch sehr gering ist, auszurichten“, erklärt Finanzexperte Tilmes.

Am Ende eines Finanzplanungsprozesses steht hingegen ein solides, auf die persönlichen Bedürfnisse eines Anlegers zugeschnittenes Portfolio, das in der Lage ist, auch schwere Stürme und extreme Krisen am Kapitalmarkt zu verkraften. Statt selbsternannten Gurus oder Crashpropheten zu folgen, kann hierbei die Unterstützung durch einen vom FPSB zertifizierten CFP®-Professional hilfreich sein.

„Die anerkannt sehr gute Ausbildung unserer CFP®-Professionals und die Standesregeln des FPSB mit dem entsprechenden Regelwerk bilden dafür das Fundament“, erläutert Prof. Tilmes. „Denn alle unsere zertifizierten Finanzplaner sind diesen Standesregeln verpflichtet, so dass deren Kunden sicher sein können, eine objektive und an ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichtete optimale Beratung zu bekommen.“




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

[honeypot your-name]

Bei unseren Lesern momentan beliebt