Wasser – das kostbare Gut

Nicht nur in Entwicklungsländern ist Wassermangel ein großes Problem. Auch in Industrieländern ist die Infrastruktur teilweise stark veraltet. Investitionen in den Wassersektor versprechen nachhaltige Renditen, gutes Gewissen inklusive.

Wassermangel als globale Herausforderung

Das World Economic Forum hat den drohenden Wassermangel als eine der zehn größten globalen Risiken für die Menschheit bezeichnet. Diese Aussage unterstreicht eindrücklich, dass die globale Wasserversorgung für die Weltgemeinschaft eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist. In Zukunft sind globale Investitionen nötig, um das „blaue Gold“ flächendeckend zu verteilen, effizienter einzusetzen oder wiederaufzubereiten. Anleger, die in den gesamten Wasser-Sektor investieren, erschließen sich ob der künftig zu erwartenden Entwicklungen langfristige Renditechancen in einem nach Ansicht von Swisscanto nachhaltigen Anlagesegment. Zudem gewinnt die Berücksichtigung nachhaltiger Faktoren seit Jahren an Bedeutung.

2015 hatten rund 750 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, wie aus dem Weltwasserbericht 2015 hervorgeht, und fast 2,5 Milliarden Menschen verfügten nicht über einfache sanitäre Anlagen. Verschmutztes Wasser ist heute eine der Hauptursachen für Krankheiten. Besonders Afrika und Teile Asiens sind über Gebühr betroffen. Selbst in Europa können heiße Sommer beispielsweise in Italien oder Spanien zu akuten Versorgungsproblemen führen. Besorgniserregend sind auch nachfolgende Zahlen: Der weltweite Verbrauch liegt bei 4.500 Kubikkilometer Wasser, der sich auf die drei Kernverbraucher aufteilt: Gemeinden und Haushalte verbrauchen 600 Kubikkilometer Wasser, die Industrie 800 Kubikkilometer und der Löwenanteil von 3.100 Kubikkilometern wird von der Landwirtschaft verbraucht. Bis zum Jahr 2030 wächst gemäß Prognosen von „The 2030 Water Resources Group“ der Verbrauch auf 6.900 Kubikkilometer an. Mit Grundwasser und nutzbarem Oberflächenwasser abzüglich Entnahmen für Wasserreservoirs sind aber lediglich 4.200 Kubikkilometer pro Jahr abgedeckt. Die Rechnung ist einfach: Schon in 14 Jahren entsteht ein Defizit von 2.700 Kubikkilometern.

Global betrachtet hat sich allein in den vergangenen hundert Jahren der direkte Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser verdoppelt. Und Prognosen zufolge wächst die Weltbevölkerung in den nächsten 20 Jahren um zwei bis drei Milliarden Menschen. Auch die Landwirtschaft trägt ihren Teil dazu bei. Sie ist für 70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs verantwortlich. Auf die Produktion von einer Tonne Getreide kommen 1.000 Tonnen Wasser. Zudem sorgen Erhöhung des Lebensstandards sowie das Wachstum des Industriesektors für einen weiteren Nachfrageanstieg und die Erhöhung des Wasserfußabdrucks.

Ein richtiger Umgang mit Wasser ist notwendig

Die Fakten zeichnen ein eindeutiges Bild: Ein effizienterer Umgang mit Wasser und Investitionen sind nötig. Es ist daher mit steigenden Wachstumsraten im Wasser-Sektor zu rechnen. Bereits heute betragen sie zwischen fünf und zehn Prozent jährlich bei einem Umsatz des globalen Wassermarkts von 400 bis 500 Milliarden US-Dollar. Das spricht dafür, Wasserinvestments als eine Diversifikationsmöglichkeit im Portfolio zu berücksichtigen.

Um der steigenden Wassernachfrage gerecht zu werden, sind Erneuerung und Ausbau der Wasser-Infrastruktur erforderlich. Gerade Entwicklungsländer und aufstrebende Nationen der Emerging Markets weisen eine unzureichende Wasser-Infrastruktur auf. Zum Beispiel werden in Mexiko-City die Wasserverluste auf über 40 Prozent geschätzt. Aber auch Industrieländer haben Defizite, überwiegend aufgrund überalterter Wasserleitungen. In London versickern jährlich 50 Prozent des Leitungswassers durch Lecks, da die Stadt lediglich 0,1 Prozent der Wasserleitungen repariert anstatt der notwendigen ein bis zwei Prozent. Und in ganz Frankreich belaufen sich die Wasserverluste auf rund 20 Prozent.

Diese Verluste sind sehr kostspielig, da das verlorene Wasser meistens aufwändig aufbereitet wurde. Daher wurden in den vergangenen Jahren für Wasserversorgungen sogenannte Smart-Water-Management-Systeme entwickelt. Paris verfügt bereits über ein derartiges System. Dieses ist mit Druckflussmessern und Drucksensoren ausgestattet, die den Wasserdruck messen und so Hinweise auf Lecks sowie mit speziellen Sensoren Schwebstoffe ermitteln. Bei der Analyse der Ergebnisse werden eigens entwickelte Softwarelösungen genutzt. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden, welche Bereiche des Netzes vorrangig repariert werden müssen.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt