Weniger Volatilität durch Hedgefonds

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld können Hedgefonds eine gute Alternative zur festverzinslichen Anleihe darstellen.

Eine äußerst verwirrende Entwicklung am US-Markt macht deutlich, wie groß die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Investoren bezüglich des Wertes alternativer Anlageformen in ihrem Portfolio einerseits und der relativen Attraktivität solcher alternativen Anlagestrategien mit Blick auf das aktuelle Marktumfeld andererseits ist. Denn aufgrund des derzeitigen Bewertungsniveaus der Aktienmärkte, der geringen Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen sowie wegen der lediglich mäßigen Erträge liquider Mittel müsste ein alternatives Portfolio von Hedgefonds mit einer erwarteten Rendite von mindestens fünf Prozentpunkten über dem risikofreien Zins – und das auch noch bei einer auf Jahresbasis vergleichbaren Volatilität – Anlegern doch eigentlich als eine attraktive Option erscheinen, um zumindest einen kleinen Teil ihres Portfolio auf diese Weise zu investieren.

Leistungsabhängige Vergütung als Ziel

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung handelt es sich bei Hedgefonds nicht um eine Anlageklasse. Ursprünglich war es die Absicht der Hedgefonds-Industrie, eine Kultur der leistungsabhängigen Vergütung zu etablieren, bei der die Ziele der Investoren mit denen der Manager übereinstimmen. So konnten die Manager auch nur dann reich werden, wenn ihre Kunden sogar noch reicher wurden. Die Manager waren von ihrer Fähigkeit, an den Märkten kontinuierlich positive Erträge zu generieren, dabei so überzeugt, dass sie bereit waren, sozusagen auf sich selbst zu wetten, indem ein Teil der Managementgebühr für die Deckung der laufenden Geschäftskosten verwendet wurde. Durch den Einsatz effektiverer Instrumente, die traditionellen Anlegern nicht zur Verfügung standen – wie etwa Leerverkäufe, Hebelinvestments und Derivate – konnten die Gewinne noch gesteigert werden, aber auch die Verluste zunehmen, falls diese Instrumente nicht richtig eingesetzt wurden oder in die falschen Hände gerieten!

Die wachsende Ernüchterung der Investoren in Bezug auf Hedgefonds, für die auch die vollständige Auflösung des Hedgefonds- Portfolios des bekannte Pensionsfonds Calpers im Jahr 2014 spricht, basiert im Wesentlichen auf einer bestimmten Auffassung: Demnach sei das, was im besten Interesse der Manager ist, heutzutage nicht mehr auch im besten Interesse der Anleger, so wie dies noch in der Anfangszeit der Hedgefonds-Industrie der Fall war. So waren die Managementgebühren eigentlich nie als Ertragsquelle für die Manager gedacht. Obwohl das verwaltete Vermögen immer weiter anstieg, verharrten die Managementgebühren auf dem alten Niveau. Solange die Erträge noch höher waren, wurde dies toleriert. Doch als die Renditen in den letzten Jahren sanken, stieg der Anteil, der für die Managementgebühren von den Bruttoeinnahmen abgezogen wurden, gegenüber dem für die Investoren vorgesehenen Anteil stetig an. Die Anleger erkannten außerdem, dass der Diversifikationseffekt, den Portfolios alternativer Investments versprachen, in turbulenten Marktphasen – in denen man ihn ja eigentlich auch am dringendsten benötigt – in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.




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