Wertpapier-Sparpläne im Test

Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität

„Zinsanpassung“. Sparer, die eine E-Mail mit dieser Betreffzeile von ihrer Bank erhalten, wissen, was ihnen blüht: Aus den Minizinsen auf Tages- oder Festgeldkonten werden Mikrozinsen oder gar die „glatte Null“. Eine Alternative können Wertpapier-Sparpläne sein: Die finanziellen Einstiegshürden sind gering und das Angebot vieler Banken umfangreich. Welche Anbieter mit ihren Produkten überzeugen, zeigt der Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität, welches die Sparpläne von 16 überregionalen Finanzinstituten untersucht hat.

Flexibel sparen

Das Angebot ist groß und bei vielen Banken stehen Produkte verschiedener Kategorien zur Auswahl, zum Beispiel Sparpläne auf Indexfonds (ETF), aktiv gemanagte Fonds, Zertifikate oder Aktien. Dabei sind diese Sparvarianten auch für Kleinanleger interessant: Bei einigen Banken lassen sich schon ab 25 Euro auf Dauer finanzielle Reserven bilden, die Mindestsparbeträge variieren allerdings und können je nach Anbieter auch bei 50 oder sogar 100 Euro liegen. In der Regel – bei 15 der 16 untersuchten Banken – hat der Kunde auch die Wahl, statt monatlich in anderen Zyklen zu sparen, zum Beispiel zweimonatlich oder quartalsweise. Mehr als die Hälfte der Finanzinstitute stellt sogar vier oder fünf verschiedene Sparintervalle zur Auswahl und bieten dem Anleger damit eine große Flexibilität.

Kostenvergleich sinnvoll

Die Börsenentwickelung der Vergangenheit zeigt, dass eine langfristige Anlage Renditechancen bietet, von denen Tages- oder Festgeldkunden heutzutage nur träumen können. Einfluss auf die Rendite haben aber auch die anfallenden Kosten. Beispiel: die Aktien-Sparpläne der 16 untersuchten Banken. Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro variieren die Kosten pro Ausführung zwischen 80 Cent und 2,50 Euro. Dies summiert sich auf lange Sicht: Allein an Order-Gebühren beträgt hier der Unterschied bei einem Anlagehorizont von fünfzehn Jahren immerhin 306 Euro.

Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität, empfiehlt: „Wertpapier-Sparpläne sind eine smarte Möglichkeit der langfristigen Geldanlage. Die Regelmäßigkeit des Sparens sorgt selbst bei geringen Sparbeträgen auf Dauer für gute Renditechancen. Ein Kostenvergleich ist allerdings ratsam, wobei es gerade bei ETF-Sparplänen auch viele Angebote ohne Ordergebühr gibt.“

Die besten Sparplan-Anbieter

Testsieger in der Kategorie Fonds-Sparpläne ist Smartbroker. Das Finanzinstitut verfügt über 800 aktiv gemanagte Fonds, die allesamt ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden. Den ersten Rang im Bereich der ETF-Sparpläne belegt Flatex mit dem größten Angebot (über 1.000 entsprechende Produkte); für fast die Hälfte der ETFs wird keine Kauf-/Ordergebühr erhoben. Platz eins im Bereich der Zertifikate-Sparpläne sichert sich die Comdirect Bank. Die Direktbank punktet mit einer niedrigen Mindestsparrate von monatlich 25 Euro, einem großen Produktportfolio und vergleichsweise niedrigen Gebühren. In der Kategorie Aktien-Sparpläne positioniert sich die Consorsbank auf Rang eins. Ausschlaggebend sind ein sehr großes Angebot, das auch Sparpläne auch auf ausländische Aktien umfasst, sowie moderate Kosten.

Fonds-Sparpläne:

1. Smartbroker, 2. Consorsbank, 3. Targobank

ETF-Sparpläne:

1. Flatex, 2. Smartbroker, 3. Consorsbank

Zertifikate-Sparpläne:

1. Comdirect Bank, 2. Consorsbank, 3. S Broker

Aktien-Sparpläne:

1. Consorsbank, 2. Comdirect Bank, 3. ING

Das Deutsche Institut für Service-Qualität untersuchte die Sparpläne von 16 Finanzinstituten. Im Fokus standen dabei die Produktkategorien Fonds, ETFs, Zertifikate sowie Aktien. Grundlage der Untersuchung waren definierte Anlegerprofile. In das Gesamtergebnis flossen neben den Resultaten der Kostenanalyse auch Angebots- und Leistungskriterien ein. Die Erhebung erfolgte über Unternehmensanfragen; die Daten wurden validiert und vergleichend bewertet (Stand der Kostendaten: 06.05.2020).




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