Wirtschaftlicher Rückenwind für Europa

Für die europäischen Aktienbörsen gab es in der vergangenen Handelswoche spürbaren konjunkturellen Rückenwind. Dieser kam vor allem aus Deutschland und Frankreich.

Entgegen den Erwartungen konnte zunächst das ifo Geschäftsklima von 109,9 Punkten auf 111,0 spürbar zulegen. Auch die Teilkomponenten Lagebeurteilung und Erwartungen legten jeweils zu. Innerhalb der einzelnen Wirtschaftsbereiche kam es nach starken Anstiegen in den Vormonaten zu einem klaren Rücksetzer beim Bauhauptgewerbe (von 10,8 Punkte auf 7,6). Auf der anderen Seite konnte besonders der Großhandel signifikant zulegen (von 14,7 Punkte auf 22,2).

Auch Frankreich liefert Impulse

Bestätigt wurde das positive Gesamtbild von der ersten Schätzung der Einkaufsmanagerindizes für Februar. In Deutschland kletterten die Werte für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich jeweils stärker als erwartet an. Auf europäischer Ebene wurden ebenfalls klare Zuwächse vermeldet. Im verarbeitenden Gewerbe stieg der Index von 55,2 Punkten auf 55,5 und bei den Dienstleistungen kam es zu einem Sprung von 53,6 Punkten auf 55,6. Beide Indizes erreichten damit den höchsten Wert in über sechs Jahren. Eine positive Überraschung stellte dabei der französische Dienstleistungssektor dar. Dieser erreicht mit 56,7 Punkten den höchsten Stand in über fünf Jahren. Bei der Erstschätzung der US Einkaufsmanagerindizes durch Markit kam es hingegen zu leichten Ermüdungserscheinungen. Beide Teilkomponenten mussten moderate Rücksetzer verkraften.

Der Ölpreis der Sorte Brent stieg leicht an und schloss bei 55,99 US-Dollar je Barrel. Bei den Währungen bewegte sich der US-Dollar gegenüber dem Euro kaum und verharrte bei 1,06 EUR/USD. Gegenüber dem japanischen Yen verlor der Euro um ein Prozent.

Emerging Markets über Durchschnitt

In diesem Umfeld entwickelte sich aus Sicht des Euro-Anlegers der japanische Aktienmarkt, gefolgt vom US-amerikanischen und europäischen Aktienmarkt, am besten. Die Emerging Markets schnitten besser ab als der MSCI World und innerhalb der Schwellenländer entwickelte sich die ASEAN-Region schlechter. Innerhalb Europas lag der Dax vor dem MSCI Europe.

Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: in den USA entwickelten sich die Bereiche Versorger, Telekom und Gesundheitswesen am besten. Eine unterdurchschnittliche Entwicklung wiesen die Sektoren Energie, Finanzen und Industrie auf. In Europa sah das Bild ähnlich aus: Eine Outperformance zeigten Werte aus den Sektoren Telekom, IT und Versorger. Underperformer waren die Sektoren Finanzen, Grundstoffe und zyklischer Konsum. Kleinkapitalisierte Werte (Small Caps) schnitten gegenüber Large Caps in Europa und in den USA wiederholt schwächer ab. Hinsichtlich der Investmentstile „Value“ und „Growth“ entwickelte sich das Growth-Segment in Europa und in den USA abermals besser.

Staatstitel gefragt

Im Rentenbereich entwickelten sich Staatsanleihen am besten, gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und Hochzinsanleihen. Anleihen aus den Emerging Markets konnten eine Outperformance gegenüber Euroland-Staatsanleihen generieren. (tr)




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