Wohnungsmangel: Privatisierungsrausch der 90er-Jahre rächt sich heute

Jürgen Engelberth, Vorstandsvorsitzender des BVFI

Deutschland fehlt es an Wohnraum im Allgemeinen und an bezahlbarem Wohnraum im Besonderen. Das gilt in besonderem Maße für die großen Ballungszentren wie Frankfurt, München oder Hamburg. Der Bundesverband für Immobilienwirtschaft (BVFI) bemängelt seit langem die verfehlte Wohnungsbaupolitik der aktuellen wie der Vorgänger-Regierungen.

Wie der BVFI mitteilte, ist die Wohnungsnot in Deutschland ein sozialpolitisches Pulverfass auf dem Städte und Kommunen sitzen; 620.000 Menschen lebten aktuell bundesweit ohne Wohnung. „Wir verlieren jährlich rund 400.000 Wohnungen alleine durch Umwidmung oder Abriss. Während die Politik 150 bis 180.000 neuerstellte Wohneinheiten pro Jahr als unglaublichen Erfolg feiert, schrumpft unser Wohnungsbestand jährlich rapide“, rügt Jürgen Engelberth, Vorstandsvorsitzender des BVFI.

Daten der Hans-Böckler-Stiftung zufolge fehlen in 77 Großstädten insgesamt etwa 1,9 Millionen Wohneinheiten. Das knappe Angebot sorgt für seit Jahren steigende Mieten; in Berlin alleine im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent. „Es sind immense Anstrengungen nötig, um diesen Trend nicht nur zu stoppen, sondern umzukehren. Hier rächt sich der Privatisierungsirrsinn im sozialen Wohnungsbau von Städten und Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten und die Mietpreisbremse ist dabei ein zahnloser Tiger“, so Engelberth weiter.

Der BVFI setzt sich dafür ein, dass Maßnahmen, wie die Senkung der Grunderwerbsteuer, Eigenkapitalersatzdarlehen für einkommensschwache Familien oder eine Deregulierung von Bauvorschriften und Bürokratie sowie eine steigende Ausweisung von Bauland, endlich angefasst werden.




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