AKTIE IM FOKUS 2: Bericht über neue Abgasmanipulationen drückt Daimler ins Minus

(neu: Aktienkurse aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) – Ein Bericht über neue Manipulationsvorwürfe bei Abgaswerten von Daimler-Autos hat am Montagmorgen die Aktien des Autobauers etwas belastet. Allerdings hielt sich der Verlust mit 0,3 Prozent auf 56,49 Euro letzten Endes in Grenzen. BMW und Volkswagen verzeichneten allerdings Kursgewinne zum Wochenstart.

Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, dass die Abgaswerte bei etwa 60 000 Sportgeländewagen bei Daimler mit Hilfe eines Computerprogramms im Prüfstand gesenkt worden sein sollen. Wie es hieß, hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ein formelles Anhörungsverfahren gegen Daimler eingeleitet.

Der Konzern widersprach den Darstellungen. Laut Daimler gehört das entsprechende Softwareupdate zu einem früher angekündigten Maßnahmenpaket für mehr als 3 Millionen Mercedes-Benz-Fahrzeuge. Dabei halte sich das Unternehmen an den mit dem Verkehrsministerium und dem KBA vereinbarten Genehmigungsprozess. „Die Behauptung, dass wir mit der freiwilligen Service-Maßnahme etwas verbergen wollen, ist unzutreffend”, unterstrich Daimler.

Zuletzt lief es für Daimler an der Börse gut, die Papiere waren am Freitag auf ein Hoch seit Oktober gestiegen. Seit Jahresbeginn haben sie rund ein Viertel an Wert gewonnen. Anleger warten nun im Autosektor auf die anstehenden Quartalszahlen. Die Analysten der Schweizer Großbank UBS rechnen laut einer aktuellen Branchenstudie bei Daimler mit enttäuschenden Ergebnissen. Der Konzern werde die schlechteste Quartalsbilanz unter den deutschen Autobauern vorlegen, so Patrick Hummel von der Schweizer Großbank.

Auch Analyst Marc-René Tonn von Warburg Research blickt bei Daimler skeptisch auf das erste Quartal. Der Jahresausblick sei nach einem wahrscheinlich schwachen Jahresauftakt nur knapp erreichbar, schrieb der Experte. Er blieb für die Aktien auf „Halten“ und rechnet damit, dass die vergleichsweise gute Kursentwicklung bei Daimler mit der Zahlenvorlage enden wird.

Der neue Manipulationsverdacht belastete die übrigen Auto-Werte am Montag nicht. Die Aktien von BMW und Volkswagen schlossen mit Aufschlägen von rund 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent. Bei VW stand derweil ein optimistischer Blick auf das China-Geschäft im Blick: Die Wolfsburger rechnen in dem größten Absatzmarkt nach dem Einbruch der Verkaufszahlen nun wieder mit einer Erholung./niw/bek/jha/

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