AKTIE IM FOKUS 2: Umsatzausblick unterbricht Rekordjagd der Adidas-Aktien

(neu: Aktienkurs, mehr Details und Hintergrund)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) – Der jüngste Rekordlauf der Adidas-Aktien hat am Mittwoch einen Dämpfer erhalten. Da der Sportartikelhersteller nach einem Gewinnsprung das Tempo nun unerwartet deutlich drosseln will, sahen die Anleger keinen Grund mehr, den Papieren weiter nachzujagen: Die Anteilsscheine sackten unter den Schlusslichtern im kaum veränderten Dax um rund 3 Prozent auf 203,60 Euro ab.

Für 2019 stellt sich Adidas auf ein überraschend gemäßigtes Tempo ein: Die Erlöse sollen nunmehr währungsbereinigt zwischen 5 bis 8 Prozent klettern. Dabei liege der Mittelpunkt dieser Prognosespanne von 6,5 Prozent etwas unter der Markterwartung von 7 Prozent, sagte ein Händler. 2018 waren die Erlöse ohne Berücksichtigung von Wechselkursschwankungen noch um 8 Prozent gestiegen.

Die Anleger hätten bei den Geschäftszahlen von Adidas vor allem auf das Umsatzziel für 2019 geachtet und ausgerechnet dieses habe etwas enttäuscht, sagte der Händler. Ansonsten seien die Resultate der Herzogenauracher für das abgelaufene Jahr in Ordnung gewesen.

Adidas habe einen starken Anstieg der Nachfrage nach Bekleidung im mittleren Preissegment verzeichnet, die jedoch nach Unternehmensangaben aufgrund von Engpässen bei den Produktionskapazitäten nicht vollständig bedient werden könne, schrieb Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank. Infolgedessen erwarte das Management eine Beeinträchtigung des Umsatzwachstums im laufenden Jahr, insbesondere in der ersten Jahreshälfte in Nordamerika. Hierdurch könnten im US-Geschäft in 2019 Marktanteile gegenüber dem US-Wettbewerber Nike verloren gehen. Daraus resultierten gewisse Unwägbarkeiten im Hinblick darauf, ob Adidas in der Lage sein wird, das obere Ende der für 2019 angepeilten Umsatzspanne zu erreichen.

Im August letzten Jahres hatten der Rückenwind von der Fußball-WM sowie gut laufende Geschäfte in China und Nordamerika die Adidas-Aktien in die Höhe schnellen lassen. Noch im selben Monat hatten die Papiere erstmals 218 Euro gekostet. Die nachfolgende Marktkorrektur verschonte auch die Herzogenauracher nicht, doch schon Anfang März erreichten die Anteilsscheine bei knapp 220 Euro wieder ein Rekordhoch.

Der Kursrutsch von diesem Mittwoch aber hat die Adidas-Papiere wieder auf das Niveau vom 19. Februar zurückgeworfen. Die Bewertung der Anteilsscheine sei zwar im Vergleich zur US-Konkurrenz niedrig, diese Lücke dürfte sich bei abnehmendem Wachstumstempo aber nicht schließen, bemerkte der Experte Jörg Frey vom Analysehaus Warburg Research./la/mne/jha/

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