AKTIE IM FOKUS: Deja-vu bei SAP – Profitabilität belastet Kurs erneut

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Softwarekonzern SAP hat mit dem Geschäftsverlauf des vierten Quartals für Ernüchterung bei den Investoren gesorgt. Mit einem Kursverlust von 1,4 Prozent auf gut 91 Euro waren die Papiere zweitgrößter Verlierer im Dax hinter den Bayer-Aktie <DE000BAY0017<. Analysten bemängelten vor allem, dass die Profitabilität mit dem starken Umsatzwachstum nicht recht Schritt gehalten habe.

Zwar konnte SAP den hochprofitablen Umsatz mit Software-Lizenzen in den Monaten Oktober bis Ende Dezember überraschend kräftig steigern. Das starke Wachstum im weniger gewinnträchtigen Cloud-Geschäft mit Miet-Software aus dem Internet drückte unter dem Strich jedoch auf die Rentabilität. Die bereinigte operative Marge blieb mit 34,3 Prozent um 1 Prozentpunkt unter der Konsensprognose.

„Investoren werden sich wohl darauf konzentrieren, dass die überraschend starken Lizenzumsätze nicht bis auf die Ebene der Gewinne durchsickern“, sagte Analyst Mohammed Moawalla von Goldman Sachs. Das Cloud-Geschäft entwickele sich zwar unverändert dynamisch, die Bruttomargen in diesem Segment blieben aber hinter den Erwartungen zurück.

Investoren erlebten am Dienstag gewissermaßen ein Deja-vu: Bereits mit den Ergebnissen im dritten Quartal 2018 hatte SAP Mitte Oktober auf breiter Front überzeugt – mit Ausnahme der operativen Marge, die die Erwartungen nicht erfüllt hatte. Daraufhin war der Aktienkurs ebenfalls unter Druck geraten.

Die Analysten der Credit Suisse zeigten sich dennoch entspannt mit Blick auf das bislang weniger rentable Cloud-Segment. Dieses dürfte angesichts des Trends zu modernen Software-Anwendungen über Jahre hinweg ein Wachstumstreiber für SAP bleiben. „SAP wird dank ihrer Cloud-Initiativen von diesem Wechsel profitieren“, lautete das Urteil der Experten.

Eine weitere Schwachstelle machte Harald Schnitzer von der DZ Bank in den Zielen von SAP für das laufende Jahr aus: „Der Ausblick für 2019 erscheint konservativ. Eine schwache Kursentwicklung wäre heute denkbar“, hatte der Analyst bereits vor Börsenbeginn prognostiziert und sollte damit bislang Recht behalten. Wie seine Kollegen von Goldman Sachs und der Credit Suisse riet aber auch Schnitzer unverändert zum Kauf der SAP-Aktien.

Seit Oktober vergangenen Jahres waren Investoren bei SAP deutlich vorsichtiger geworden. Vom Rekordhoch der Papiere Ende September bei über 108 Euro war der Kurs bis zum Anfang dieses Jahres um mehr als 20 Prozent abgesackt. Seitdem stabilisierte er sich mit dem erholten Gesamtmarkt wieder etwas.


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