AKTIEN IM FOKUS 3: Moderatere Mietendeckel-Pläne treiben Immobilienwerte an

(neu: Aussagen zum Mietendeckel in Berlin von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), Aktienkurse und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der geplante Berliner Mietendeckel wird für die Immobilienkonzerne wohl weniger schwer zu verdauen sein als zuletzt befürchtet. Die Erleichterung der Anleger darüber war am Freitag in der gesamten Branche zu spüren. Besonders steil nach oben ging es aber für die Anteile der Unternehmen mit großen Berlin-Beständen.

Die rot-rot-grüne Koalition hat sich auf Änderungen am bisherigen Vorschlag verständigt, wie Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Freitag sagte. Demnach liegen die Mietobergrenzen in den nächsten fünf Jahren zwischen 5,95 Euro und 9,80 Euro. Bis zu diesen Grenzen dürfen Vermieter die Nettokaltmieten gemäß der jährlichen Teuerungsrate erhöhen. Zuvor hatten unter anderem die „Bild“ und „Der Tagesspiegel“ über die Änderungen an den ursprünglich schärferen Lompscher-Plänen berichtet.

In Dax, MDax und SDax standen Immobilien-Papiere an erster Stelle. So kletterten Vonovia-Aktien im Leitindex um bis zu 6 Prozent, die Papiere der Deutsche Wohnen gewannen im Index mittelgroßer Werte sogar gut 13 Prozent und Ado Properties im Nebenwertesegment 11 Prozent. Europaweit war der Stoxx Europe 600 Real Estate mit seinen Immobilienkonzernen der beste Branchenindex.

Die US-Bank JPMorgan bezeichnete die neuen Details als „deutlich besser“ als die Anfang der Woche durchgesickerten Pläne von Lompscher befürchten ließen. Sie hatte noch eine Obergrenze von maximal knapp acht Euro je Quadratmeter für nahezu alle Mietverhältnisse vorgesehen und wollte die Mieten für fünf Jahre auf dem jetzigen Stand einfrieren. Nachdem die Mieten in der Hauptstadt in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen waren, will die rot-rot-grüne Koalition mit der angestrebten Deckelung mehr Mieterschutz und eine Entspannung im Wohnungsmarkt erreichen.

Besonders die Papiere von Deutsche Wohnen, Ado und Adler hatte es zu Wochenbeginn mit Tiefstständen seit 2017 und 2016 arg gebeutelt./kro/ag/bgf/jha

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