AKTIEN IM FOKUS: DSV-Offerte beflügelt Panalpina und gibt Logistikern Auftrieb

ZÜRICH/KOPENHAGEN/FRANKFURT (dpa-AFX) – Ein Übernahmeangebot des dänischen Transport- und Logistikkonzerns DSV hat dem Schweizer Konkurrenten Panalpina am Mittwoch einen Kurssprung beschert. Davon profitierten auch die Aktienkurse anderer Branchenunternehmen wie Deutsche Post und Kühne & Nagel.

Nach einem anfänglichen Anstieg bis auf 179,30 Franken gewannen die Panalpina-Titel zuletzt noch rund 30 Prozent auf 178,40 Franken. Damit notierten sie über der DSV-Offerte, die aus eigenen Aktien und einer Barkomponente besteht und die Schweizer mit 170 Franken je Aktie beziehungsweise insgesamt rund vier Milliarden Franken bewertet.

Der Kursanstieg über den Angebotspreis hinaus deute darauf hin, dass der Markt auf ein mögliches Gegengebot eines Kontrahenten setze, sagte ein Börsianer. Auch Analyst Joel Spungin von der Privatbank Berenberg glaubt, dass noch andere Interessenten wie etwa die schweizerische Kühne & Nagel auf den Plan treten könnten. Dennoch ging es für DSV-Aktien um über viereinhalb Prozent nach oben.

Der genannte Börsianer verwies zudem darauf, dass die 24-prozentige Prämie auf den Panalpina-Schlusskurs vom Vortag eine höhere Bewertung der gesamten Branche nach sich ziehe. Die Anteilsscheine der Deutschen Post zählten mit mehr als zwei Prozent Plus zu den besten Werten im Dax sowie im EuroStoxx 50 . In Zürich ging es für Kühne & Nagel um über drei Prozent hoch.

Die Aktionäre von Panalpina würden von einem Kauf ihres Unternehmens durch DSV profitieren, glaubt Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein Research. Denn die Dänen hätten in der Vergangenheit bereits ihre Fähigkeiten beim Umbau von übernommenen Firmen bewiesen. Zudem entspreche die Offerte einer deutlich höheren Bewertung von Panalpina, als der Markt sie derzeit erfolgreichen Konkurrenten wie DSV selbst oder Kühne & Nagel zubillige.

Dennoch könnte das Panalpina-Management versuchen, die eigenen Aktionäre mit Verweis auf die steigende Profitabilität des Unternehmens davon zu überzeugen, dass mittelfristig ein noch besserer Preis herauszuschlagen sei, schreibt Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Eine andere, höhere Offerte könne letztlich auf die Zustimmung der Aktionäre stoßen.

Über den Nutzen einer solchen Transaktion für die DSV-Anteilseigner gehen die Einschätzungen auseinander. Auch sie hätten etwas von einer solchen Transaktion, meint Berenberg-Experte Spungin. Die aus der Offerte resultierende Bewertung von Panalpina erscheine zwar hoch. Doch offensichtlich erwarte DSV, die niedrigen Margen von Panalpina deutlich steigern zu können.

Bernstein-Analyst Roeska ist diesbezüglich hingegen skeptisch. Eine Übernahme ergebe für die Dänen zwar strategisch Sinn, räumte er ein. Doch ein Deal in dieser Größenordnung sei nicht ohne Risiko, etwa angesichts eines mittelfristig möglichen, globalen Handelsabschwungs.


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