Aktien Wien Schluss: ATX schließt August mit einem Minus ab

WIEN (dpa-AFX) – Nach einem überwiegend ruhigen Handel hat die Wiener Börse am Freitag den Tag mit Gewinnen beendet. Der ATX stieg 24,13 Punkte oder 0,84 Prozent auf 2911,15 Einheiten. Allerdings schließt der heimische Leitindex den Monat August um etwa zwei Prozent tiefer ab. Das europäische Marktumfeld zeigt sich freundlich. Die vergangenen Tage wurden von Themen wie Handelskonflikt, Italien, Brexit und Rezessionsängsten beherrscht. Diese werden auch in der kommenden Woche für Anleger eine Rolle spielen.

Kurz vor Handelsschluss sorgten sich Anleger um die Regierungsbildung in Italien. Dort hat der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, zahlreiche Forderungen an den anvisierten Koalitionspartner PD gestellt und im Fall der Nichterfüllung mit Neuwahlen gedroht. Daraufhin sackte der Euro erstmals seit mehr als zwei Jahren unter die Marke von 1,10 Dollar ab. Auch das ATX-Plus dürfte in Folge etwas geschmolzen sein.

Am Vormittag machten jüngste Konjunkturdaten einen gedämpften Preisdruck deutlich. Denn die Inflation in der Eurozone verharrt auf dem tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Die Inflationsrate lag im August unverändert bei 1,0 Prozent und damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) bei 2 Prozent. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Komponenten wie Energie ausklammert, blieb im August bei 0,9 Prozent. Damit dürften Spekulationen auf ein umfassendes Lockerungspaket der EZB im kommenden Monat genährt werden.

Indes behält die österreichische Zentralbank (OeNB) ihre Wachstumsprognose für 2019 zwar bei, die zum Halbjahr von 2 auf 1,5 Prozent abgesenkt wurde. Für das Jahr 2020 gibt es vorerst aber keine Aktualisierung der Prognose, die zum Halbjahr bei 1,6 Prozent lag. Für nächstes Jahr gibt es große Unwägbarkeiten. Die Prognose dürfte nun auf unter 1,5 Prozent abgesenkt werden.

„Wir nehmen an, dass wir die Prognose unter 1,5 Prozent absenken müssen, aber jetzt ist es noch zu früh“, sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte in dieser gewichtigen Funktion in Alpbach. Mit dem September-Beginn übernimmt statt dem früheren SPÖ-Politiker Nowotny der FPÖ-nahe Robert Holzmann.

Unternehmensseitig hat die Strabag für das erste Halbjahr ein Gewinnplus vorgelegt. Der Auftragsbestand stagnierte unterdessen auf hohem Niveau. Die Aktien des Baukonzerns stiegen um 2,59 Prozent.

Hingegen fielen die Papiere von Marinomed um 0,51 Prozent. Das seit Februar 2019 börsenotierte Biotech-Unternehmen steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr. Unterm Strich wurden aber Verluste geschrieben. Auch für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit Verlusten.


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