ANALYSE/Bofa: Anleger haben Rezessionsangst und gehen auf Nummer sicher

NEW YORK (dpa-AFX) – Raus aus konjunkturzyklischen Wertpapieren und rein in sichere Anlagen: so lautet das Fazit der Fondsmanager-Umfrage der Bank of America Merrill Lynch im August. Mit den weltweiten Handelsstreitigkeiten sei das Risiko einer Rezession auf den höchsten Stand seit elf Jahren gestiegen. „Investoren streichen ihre Positionen in Zyklikern zusammen, um US-Staatsanleihen und US-Wachstumstitel zu kaufen“, schrieb Chefstratege Michael Hartnett in einer Studie vom Dienstag.

Ein Drittel der befragten Investoren rechne in den kommenden zwölf Monaten mit einer Rezession. Das sei der höchste Wert seit acht Jahren. Gleichzeitig sei die Geldpolitik der großen Notenbanken laut den Befragten so restriktiv wie seit November 2016 nicht mehr. Anleger trennten sich folglich von konjunkturzyklischen Werten: Japanische Zykliker beispielsweise seien auf ein Siebenjahrestief gefallen. Industrietitel hätten im August den zweitgrößten Rückgang im Monatsvergleich seit dem Beginn der Umfrage erlebt.

Auf den Kauflisten hätten stattdessen defensive Titel gestanden, aber auch Wachstumswerte wie der Technologiesektor. In keiner Anlageklasse aber seien Investoren derart hoch positioniert wie in US-Staatsanleihen, dies sei der „Most Crowded Trade“. Allerdings drohe hier mittlerweile auch das Risiko einer Blase, ähnlich wie bei Anleihen von Unternehmen.

Interessanterweise favorisierten Anleger solidere Bilanzen der Unternehmen im Vergleich zu Aktienrückkäufen oder Investitionen. „Die Hälfte der befragten Investoren ist der Meinung, die Unternehmen seien exzessiv verschuldet“, sagte Hartnett. Bei Aktien setzten sie weiter vor allem auf den US-Markt, auch wenn nahezu vier von fünf Befragten diesen schon als überbewertet einschätzten.


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