BKA versorgt EU-weit Fahnder mit Daten aus ‚Panama Papers‘

WIESBADEN (dpa-AFX) – Das Bundeskriminalamt hat aus seiner bisherigen Analyse der sogenannten Panama Papers Datenpakete an mehrere europäische Länder weitergegeben. Die Dokumente sollen es beispielsweise Spanien, Italien, Belgien oder der Schweiz ermöglichen, Ermittlungsverfahren einzuleiten, teilte das BKA am Freitag in Wiesbaden mit. Diese Woche hatten sich die deutschen Fahnder in Wiesbaden mit Vertretern von insgesamt 17 Staaten getroffen.

Die „Panama Papers“ sind Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die Journalisten zugespielt und im Frühjahr 2016 veröffentlicht wurden. Sie enthalten etwa Personendaten zu Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen und zu riskanten Geschäftsbeziehungen.

Das BKA hat nach eigenen Angaben bereits mehrere Millionen Datensätze zu rund 270 000 Briefkastenfirmen ausgewertet. Bislang seien allein mehr als 2000 Fälle mit Deutschlandbezug festgestellt worden. „Weitere Datenanalysen sind geplant“, teilte die Behörde mit. „Unser Ziel ist es, die Strafverfolgung europaweit zu intensivieren“, erläuterte die Leiterin der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität, Sabine Vogt. Insgesamt seien bereits rund 70 polizeiliche Ersuchen ausländischer Staaten vom BKA beantwortet worden.

Neben den „Panama Papers“ werten BKA-Experten derzeit außerdem Daten der „Offshore-Leaks“, „Paradise Papers“, „Swiss-Leaks“ und „Bahamas Leaks“ aus.


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