‚FT‘: Neue Fragen rund um Wirecard-Untersuchungen in Singapur

LONDON (dpa-AFX) – Das Verwirrspiel um angebliche bilanzielle Regelverstöße beim Zahlungsdienstleister Wirecard geht weiter. In der Konzernzentrale in Aschheim bei München sollen ranghohe Manager zumindest Kenntnis von einigen geplanten Zahlungsvorgängen des intern gemeldeten Mitarbeiters in Singapur gehabt haben, berichtete die „Financial Times“ („FT“) am Donnerstag. Damit setzte die Zeitung ihre seit Tagen stattfindende Berichterstattung über das Thema fort. Wirecard reagierte erneut mit einer Zurückweisung der Berichterstattung in dem Blatt. Am Montag hatte das Dax -Unternehmen sich ausführlich gegen die Vorwürfe gewehrt, Untersuchungen in Singapur aber eingeräumt.

Ob es sich bei den fraglichen Zahlungsvorgängen im jüngsten Bericht der Zeitung um verdächtige Handlungen oder überhaupt ausgeführte Zahlungen handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Wirecard-Aktie stürzte erneut ab und lag zuletzt 16 Prozent im Minus. Seit Beginn der Berichterstattung der Zeitung um mutmaßliche Verstöße bei Wirecard in der vergangenen Woche hat die Aktie deutlich an Wert verloren.

Dem Blatt zufolge hat Wirecard einigen Mitarbeitern in der Untersuchung zu den Vorgängen übergangsweise neue Aufgabenfelder zugewiesen. Arbeitsrechtliche Maßnahmen seien abhängig von Beweisen. Wirecard wollte sich zu Details der Untersuchung auf Anfrage nicht äußern.

Wirecard hatte am Montag bestätigt, dass es eine Untersuchung rund um interne Hinweise eines Mitarbeiters in Singapur gebe. Diese sei aber im Wesentlichen abgeschlossen. Das formale Ende stehe kurz bevor, schlüssige Feststellungen hinsichtlich eines Fehlverhaltens rund um Buchungen in Singapur hätten sich weder durch eine interne Untersuchung der zuständigen Abteilung noch durch die externe Prüfung einer beauftragten Rechtsanwaltskanzlei ergeben. Entsprechende Vorwürfe seien „unbegründet“.

„Wir haben alles aufgearbeitet. Es gibt keinerlei Risiko. Wir mussten in der Buchhaltung keinerlei Korrekturen oder Anpassungen vornehmen“, hatte Vorstandschef Markus Braun zu Wochenbeginn dem „Handelsblatt“ gesagt.


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