ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne dank guter US-Daten

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Europas wichtigste Börsen haben nach dem überwiegend lethargischen Vortag am Mittwoch wieder zugelegt. Die jüngsten Entwicklungen in Sachen Brexit konnten die Anleger nicht aus der Ruhe bringen. Am Nachmittag sorgten einmal mehr die Kursgewinne an der tonangebenden Wall Street für zusätzlichen Auftrieb. Dies- wie jenseits des Atlantik hellten gute amerikanische Konjunkturdaten die Stimmung auf.

Der EuroStoxx 50 schaffte es nach einem verhaltenen Start schnell in positives Terrain. Zum Handelsende verbuchte der Eurozonen-Leitindex ein Plus von 0,59 Prozent auf 3323,45 Punkte. Die Charttechnik-Experten der Schweizer Bank UBS sehen beim EuroStoxx nach dessen kleiner Verschnaufpause oberhalb der 200-Tage-Linie die Vorteile weiter bei den Optimisten. Der französische Cac 40 gewann am Mittwoch 0,69 Prozent auf 5306,38 Zähler.

Dagegen reichte es beim britischen FTSE 100 nur für einen Kursanstieg von 0,11 Prozent auf 7159,19 Punkte. Vortags hatte das Börsenbarometer dank des schwachen Pfund noch besser als die anderen Indizes abgeschnitten – nun verkehrte die deutlich anziehende Landeswährung diese Entwicklung ins Gegenteil. Zudem rät die UBS angesichts der anhaltenden Unsicherheit um den Brexit nach der neuerlichen Abstimmungsniederlage der britischen Premierministerin dazu, Aktien aus Großbritannien unterzugewichten.

Am Dienstagabend war Theresa Mays Brexit-Abkommen mit der EU im Londoner Parlament durchgefallen – trotz der erreichten Nachbesserungen. 24 Stunden später sollen die Abgeordnete nun über einen EU-Austritt ohne Abkommen abstimmen. Sollte der No-Deal-Brexit wie erwartet ebenfalls abgelehnt werden, entscheiden die Parlamentarier am Donnerstag, ob London eine Verschiebung des ansonsten am 29. März anstehenden Austritts beantragen soll.

Im europäischen Branchenvergleich schnitten die Aktien von Öl- und Gaskonzernen zur Wochenmitte am besten ab: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann dank steigender Ölpreise über anderthalb Prozent. Dahinter legte der Index der Rohstoffunternehmen um über ein Prozent zu.

Dagegen gehörte der kaum bewegte Subindex der Einzelhandelsunternehmen zu den schwächsten im Branchentableau. Ihn belasteten enttäuschende Zahlen der spanischen Zara-Mutter Inditex . Deren Aktien büßten am EuroStoxx-Ende knapp viereinhalb Prozent ein. Trotz steigender Umsätze lief es im Tagesgeschäft für Inditex ergebnisseitig kaum besser. Hier machte sich im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr ähnlich wie etwa beim schwedischen Wettbewerber Hennes & Mauritz (H&M) der starke Wettbewerbsdruck bemerkbar.

Der Autobauer Fiat Chrysler sorgte mit dem Rückruf von 862 520 Fahrzeugen in den USA wegen Problemen mit dem Erreichen von Abgasgrenzwerten für Misstöne: Die Aktien sanken um knapp ein Prozent. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass das Unternehmen das Problem selbst entdeckt und bei der US-Umweltbehörde EPA gemeldet habe, weshalb keine Strafen drohten.

Bei Airbus konnten sich die Anleger dagegen über einen weiteren Steigflug der Aktie auf ein Rekordhoch freuen. Der Flugzeugbauer profitierte unter anderem auch von den weltweit zahlreichen Flugverboten für den Flugzeugtyp 737 Max 8 des US-Konkurrenten Boeing . Binnen weniger Monate war vor Tagen bereits eine zweite Maschine dieses Typs abgestürzt.

Die Aktien der britischen Versicherer Standard Life Aberdeen und Prudential legten dank positiv aufgenommener Geschäftsresultate um fast zweieinhalb beziehungsweise über ein Prozent zu.

In Mailand zündeten die im Leitindex FTSE MIB notierten Papiere des Fußball-Clubs Juventus Turin ein Kursfeuerwerk mit einem Plus von über 17 Prozent. Zu Handelsbeginn hatten sie sogar um 27 Prozent zugelegt. Der Grund: Cristiano Ronaldos Hattrick gegen Atletico Madrid, der den Italienern das Weiterkommen in der Champions-League sicherte.

Dagegen hielt sich die Begeisterung darüber, dass Pernod Ricard Kreisen zufolge sein Weingeschäft verkaufen könnte, in Grenzen: Die Aktien behaupteten nach einem Kurssprung lediglich ein mickriges Plus von 0,26 Prozent. Der Spirituosenhersteller wollte die Nachricht nicht kommentieren.


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