Alternative Risikoprämien in Multi-Asset-Portfolios

Traditionelle Investmentlösungen sind den Schwankungen an den Märkten oft nicht mehr gewachsen. Alternative Risikoprämien können Abhilfe schaffen.

Traditionelle Investmentlösungen, wie 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen, haben in der Vergangenheit ähnliche Renditen erzielt wie Aktien, aber mit halb so viel Risiko. Manche Investoren sehen in so einem Portfolio bereits eine strategische Allokation. Allerdings konzentrieren sich diese Modelle stark auf Wachstumsanlagen, die das Portfolio in volatilen Phasen verlustanfällig machen. Außerdem ist das Anlageuniversum begrenzt, weil der Fokus allein auf traditionellen Risikoprämien liegt; solche Strategien haben im aktuellen Umfeld mit niedrigen Renditen und hohen Bewertungen oft Schwierigkeiten. Diversifikationsmöglichkeiten durch schwach korrelierte liquide Anlagen wie alternative Risikoprämien (ARP) werden selten berücksichtigt.

Dagegen bietet eine echte strategische Allokation bei unterschiedlichen marktbezogenen Rahmenbedingungen eine langfristig stabile Wertentwicklung. Die erweiterte Diversifizierung ist das wichtigste Element der Allokation. Die Diversifizierung hat verschiedene Dimensionen: Das Anlageuniversum traditioneller Risikoprämien kann man um ARP und ausgewählte defensive Strategien erweitern. Risiko- statt Kapitalallokation gewährleistet eine angemessene Diversifizierung über unterschiedliche konjunkturelle Phasen. Ziel ist der Aufbau eines langfristigen, strategischen „Allwetter“-Portfolios, das sich jenseits des konjunkturellen Schwankungen gleichmäßig entwickelt.

Breites Anlageuniversum von Bedeutung

Dazu sollte das Anlageuniversum so breit wie möglich angelegt sein: Zum einen beinhaltet es traditionelle Risikoprämien, wie Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, Durations-, Kredit- und Inflationsinstrumente, Devisen und Rohstoffe. Zum anderen umfasst es im Sinne einer weiterführenden Diversifizierung auch alternative Risikoprämien wie Aktienfaktoren, Yield-Capture und makro-direktionale Strategien.

Analysen zeigen, dass alternative Risikoprämien kaum mit traditionellen Anlagen korrelieren. Sie können das Risiko-Rendite- Profil von Multi-Asset-Portfolios langfristig verbessern.

Eine gut diversifizierte strategische Allokation sollte neben traditionellen und alternativen Risikoprämien auch Hedging- Strategien umfassen, damit das Portfolio in schwierigen Phasen besser geschützt ist. Durch eine Absicherung nach unten dürfte es stärker vom Zinseszinseffekt profitieren und so auf lange Sicht eine bessere Wertentwicklung bieten. Unigestion nutzt zum Beispiel eine Devisen-Hedging-Strategie. Sie besteht in der Auswahl von FX-Crossings (Nebenwährungspaaren) mit einem positiven Carry, einem negativen Beta zum S&P-500-Index und einer hohen Trefferquote bei fallenden Märkten. Bei fallenden Aktienmärkten hat dies im Durchschnitt zu einer positiven Wertentwicklung geführt.




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