Nachhaltigkeit im Fokus

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) erweitert ihr Angebot an Kapitalanlagen und legt mit dem „Hamburger Nachhaltigkeitsfonds – Best in Progress“ einen neuen Fonds über den Fondsdienstleister Deka auf.

Die Haspa reagiert auf ein steigendes Interesse an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Zudem verfolgt der Aktienfonds mit Best-in-Progress einen neuartigen Ansatz zur Definition des eigenen Anlageuniversiums.

Das Volumen des nachhaltigen Anlagemarktes wächst seit Jahren beständig, dabei vergrößert sich nicht nur die Zahl der angebotenen Anlageprodukte, sondern auch die Auswahl an unterschiedlichen Strategien und Ansätze zur Zusammenstellung des eigenen Anlageportfolios. Zu Ansätzen wie beispielsweise Best-in-Class oder Impact Investment gesellt sich nun Best-in-Progress, konzipiert als neue analytische Grundlage zur nachhaltigkeitsbezogenen Auswahl von Emittenten wie Unternehmen, Corporate Bonds sowie Staaten.

Der Best-in-Progress-Ansatz beschreibt ein Konzept, das nicht den Status quo eines Nachhaltigkeitsprofils, etwa eines Unternehmens, betrachtet, sondern auf die Fortschritte im Nachhaltigkeitsmanagement in der jüngeren Vergangenheit abstellt. Eine Grundannahme für diesen Ansatz ist die These, dass eine zunehmende Qualität im Nachhaltigkeitsmanagement im positiven Zusammenhang mit der finanziellen Performance bzw. des wirtschaftlichen Erfolgs steht. Somit soll das Auswahlverfahren auch bessere Rückschlüsse auf das Rendite-Risiko-Profil der Kapitalanlage ermöglichen können.

Der Fonds, der in zwei Tranchen ausgegeben wird, wählt die Titel aus dem Stoxx600 aus. Das Auswahlverfahren gliedert sich nach drei Schritten, und filtert sowohl nach einem deutlichen Nachhaltigkeitsfortschritt als auch nach bestimmten qualitativen und quantitativen Ausschlusskriterien.

Dreigliedriger Auswahlprozess bei Aktien

Der dreigliedrige Auswahlprozess beginnt zunächst damit, alle Aktientitel herauszufiltern, die nach ethisch-nachhaltigen Standards nicht in das Portfolio passen. Hierzu zählen Unternehmen aus dem Sektor der Atomenergie wie Händler, Produzenten und auch Betreiber und Eigentümer von Uranminen. Ausgeschlossen werden auch Produzenten von fossilen Energieträgern und Unternehmen aus der Montanindustrie, deren Geschäftsfeld die Gewinnung von Mineralien darstellt. Nicht berücksichtigt werden zudem Finanziers und Hersteller von konventionellen und kontroversen Rüstungsgütern.

Eine Besonderheit des Hamburger Nachhaltigkeitsfonds besteht unter anderem darin, dass auch quantitative Faktoren in die Bewertung eingeschlossen werden. Fällt ein Unternehmen durch eine Vielzahl von Kontroversen auf oder stehen schwerwiegende Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte im Raum, bleibt es im Portfolio außen vor. Der zweite Schritt umfasst die Analyse der Nachhaltigkeitsperformance. So wird hier die Mindestbewertung vorgenommen. Hier können bereits von 370 Unternehmen etwa 50 Titel ausgesiebt werden. Der letzte Schritt überprüft schlussendlich die Einzeltitel nach den größten Fortschritten, die in den letzten drei bis vier Nachhaltigkeitsbewertungen erreicht werden konnten. Die Haspa arbeitet eng mit externen Fachexperten zusammen. Der Best-in-Progress-Ansatz wurde vom Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI) unter Federführung des Leiters Rolf D. Häßler entwickelt. Die imug Beratungsgesellschaft erstellt zusammen mit der europäischen ESG-Ratingagentur Vigeo Eiris
regelmäßige Nachhaltigkeitsanalysen und –bewertungen, um die Auswahl der relevanten Aktiengesellschaften zu gewährleisten.

Doch nicht allein Nachhaltigkeit bestimmt den Selektionsprozess des Portfoliomanagements. Auch fundamentale Unternehmenszahlen sowie globalanalytische Betrachtungen werden in die Bewertung einbezogen. „Der klassische Blick auf die fundamentalen Kennzahlen eines Unternehmens sollte auch bei einer an Nachhaltigkeit orientierten Aktienanlage nicht fehlen“, betont Achim Lange, Leiter des Haspa Portfoliomanagements.




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