Hat Venezuelas „Petro“ Erfolg?

Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert den Verkaufsstart der ersten staatlichen Kryptowährung in Venezuela. Warum es sogar klappen könnte.

Manch eine Regierung oder Bank hat schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ihre eigene Kryptowährung zu erschaffen. Heute sorgt der venezolanische Präsident Nicolás Maduro mit dem Start des Petro (PTR) in dem südamerikanischen Staat dafür, dass dieser Gedanke Realität wird.

Für die Blockchain-Technologie insgesamt ist dieser Schritt ein weiterer Meilenstein. Die Vorstellung, dass eine durch Rezession und Staatskrise schwer gebeutelte Nation auf diese Weise gerettet werden und möglicherweise bald wieder über eine stabile Wirtschaft verfügen könnte, klingt verlockend. Indem er die gesamte Wirtschaft auf eine dezentralisierte Blockchain stellt, öffnet Nicolás Maduro die Bücher. Jeder Mensch auf der Welt hat somit theoretisch die Möglichkeit, jede Transaktion zu überprüfen.

Von Seiten der venezolanischen Bevölkerung bekommt Maduro bereits seit Längerem einen Mangel an Vertrauen zu spüren. Er hat viele Anstrengungen unternommen, um sein Image zu verbessern, denen aber oft mit Skepsis begegnet worden ist. Diese Maßnahme könnte die Rettung für ihn sein.

Petro als Vorbild für andere Staaten?

Wie bei vielen anderen ICOs bleiben die Informationen auf der Webseite eher vage. Auch die Risikoelemente sowie die Chance eines Scheiterns sind hoch zu bewerten. Doch viele Investoren schreckt all dies nicht ab. Mit Blick auf das Projekt in Venezuela erscheint es immerhin wenig wahrscheinlich, dass wir in diesem Fall den sprichwörtlichen ‚Kodak-Moment‘ oder eine weitere ICO-Betrugsmasche erleben. Vielmehr könnte der Petro als Vorbild für ähnliche Vorhaben in anderen Staaten dienen.

Letztlich wird der Erfolg des Projekts von den Menschen in Venezuela abhängen. Wenn sie den Petro einsetzen werden, besteht eine realistische Chance für die staatliche Digitalwährung.




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