Investments in Kryptowährungen: Es geht auch reguliert

Es tut sich was in Sachen Regulierung bei Kryptowährungen. Wo steht das heiß diskutierte Thema?  Leonard Zobel, Gründer und Geschäftsführer der auf Kryptowährungen spezialisierten next Block GmbH, gibt Antworten.

Wie die Regulierung aussehen könnte, hat die Bafin gerade in einem Entwurf für ein Rundschreiben aufgezeigt, in dem die Regeln für Kauf und Verkauf klarer definiert werden. So sollen alle Banken und Zahlungsdienstleister verpflichtet werden, nach der Herkunft der verkauften Kryptos zu fragen, wenn Verkaufserlöse an den Kunden überwiesen werden. In dem Schreiben heißt es: „Im Falle von auf einem Konto eingehender Zahlungen, denen erkennbar ein Tausch von virtuellen Währungen zugrunde lag, kommt als mögliche Maßnahme die Anforderung zusätzlicher Angaben des Kontoinhabers hinsichtlich der Herkunft der zugrundeliegenden virtuellen Währungsbeträge in Betracht.“ Auf diese Weise würden auch Transfers von ausländischen Börsen nicht mehr an der Steuer vorbei stattfinden können. Zudem könnten Konten bei Verdacht auf Geldwäsche stillgelegt werden.

Das betrifft die Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether, Ripple oder Litecoin. Sicher ist, dass sogenannte Security Token, also in kleine Teile auf die Blockchain gebrachte Werte wie Immobilien oder Unternehmensanteile, unter die Regeln des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) fallen. Sie sind wie Wertpapiere zu behandeln und damit auch entsprechend reguliert. Daran wird auch ein Urteil des Kammergerichts Berlin nichts ändern, das in den vergangenen Tagen heiß diskutiert wurde.

Bei dem Urteil wurde ausgeführt, dass der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin erlaubnisfrei sein könnte. Das widerspräche der Bafin-Praxis und auch dem Bedürfnis nach Sicherheit im Handel. Es geht hier allerdings nur um eine Einzelfallentscheidung, bei der der Angeklagte fahrlässig gehandelt hatte. Zudem liegt der Fall jahrelang zurück und bezieht sich nur auf Bitcoin. Token, wie sie heute gehandelt werden, gab es damals noch gar nicht. Die Bafin wird ihre Verwaltungspraxis, die eine Regulierung vorsieht, auch deswegen nicht ändern. Und das ist gut so, denn es ist für einen transparenten und fairen Markt unerlässlich, die Assetklasse „Kryptowährung“ zu regulieren.

Unterschiedliche Regulierungen bei Krypotwährungen

Grundsätzlich gilt: Kryptowährungen sind eine neue Anlageklasse. Die Spielregeln der etablierten Anlageklassen sind fixiert und fast weltweit gültig. Bei Kryptowährungen sind die Regeln noch sehr unterschiedlich, selbst zwischen EU-Staaten. So lässt die Regulierung es etwa in den Niederlanden zu, das Kryptowährungen ohne jede Aufsicht gehandelt werden, nach dortiger Auffassung sind es einfach Dinge, die jeder, selbst auf Online-Marktplätzen, handeln kann. Auf der anderen Seite steht die deutsche Bafin, die eher streng argumentiert und den Handel aufmerksam beobachtet. Eine voll regulierte Börse mit Echtzeithandel gibt es trotzdem noch nicht, auch wenn mit bitmeister.de gerade eine aufgebaut wird.

Anleger, die vom Boom der Kryptowährungen profitieren wollen, aber die Risiken eines Handels scheuen, der unreguliert ist oder über merkwürdige Steuerparadiese abgewickelt wird, haben andere Möglichkeiten. Es lassen sich beispielsweise statt der direkten Investments auch Derivate kaufen, die wiederum an regulierten Börsenplätzen gehandelt werden. So bestehen Futures auf den Bitcoin, die an der Chicagoer Terminbörse CME gehandelt werden – und alle US-amerikanischen Normen erfüllen müssen.

In Stockholm wird eine ETN, Exchange Traded Note, auf den Bitcoin gehandelt. Bei diesen börsengehandelten Inhaberschuldverschreibungen wird der Wert des Bitcoins eins zu eins nachgebildet, der Anleger erwirbt aber ein Anrecht gegenüber dem Emittenten statt der Coins. Weitere Derivate werden folgen, so sollen noch vor Jahresende auch Futures auf Ethereum an den Markt gebracht werden.

Schon länger wird erwartet, dass ein beantragter Bitcoin-ETF genehmigt wird, hier wird die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC in Kürze entscheiden.

Andere regulierte Investmentmöglichkeiten bieten sich durch Unternehmensbeteiligungen. So können Aktien von Firmen erworben werden, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen wie etwa dem Miner Northern Bitcoin (WKN A0SMU8) oder der Bitcoingroup SE, dem Anbieter des Marktplatzes bitcoin.de.

Noch schwankungsärmer ist ein Einstieg per Crowdfunding in den Aufbau einer Kryptobörse, die voll nach den Regeln der Bafin lizensiert sein wird. Hier läuft gerade das Funding für bitmeister, bei dem Anleger bei einem Mindestinvestment von 500 Euro über drei Jahre Zinsen von zwölf Prozent pro Jahr erhalten.




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