Brasilien verspricht Rendite-Chancen

Damien Buchet, CIO Total Return Strategy beim Fondsanbieter Finisterre Capital, kommentiert die Situation nach dem ersten Wahldurchgang im Schwellenland Brasilien.

Die absehbare Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum brasilianischen Staatspräsidenten ermöglicht neue Anlagestrategien.

Brasiliens politische Unsicherheit der vergangenen zwei Jahre wäre dann vorüber. Kurzfristig dürfte eine liberale Agenda zu einem Anstieg der über Jahre aufgeschobenen Investitionen und des Konsums in dem Schwellenland führen. Dieses Wirtschaftswachstum könnte den finanzpolitischen Spielraum des Landes vergrößern.

Finisterre Capital, eine Boutique von Principal Global Investors, hält deshalb eine „Long-Position“ in brasilianische Anlagen. Zum einen setzt der Asset Manager auf nach Unternehmensentwicklung ausgesuchte Wertpapiere, zum anderen auf den steigenden Wechselkurs des Real. Die Wertpapiere werden als Risikoausgleich durch Sovereign CDS, also handelbare Versicherungsscheine gegen Zahlungsausfälle, abgesichert.

Weder Kandidat Jair Bolsonaro noch die liberal-konservative Partei PSL haben sich bislang durch eine große Wirtschafts- und Finanzexpertise ausgezeichnet. Aufgrund dieser Tatsache ist es umso interessanter, wen der Rechtspopulist für den Posten des künftigen Finanzministers und des Zentralbankchefs vorschlagen sollte. Es ist davon auszugehen, dass Brasiliens möglicher Staatspräsident Bolsonaro die Experten in ihren Ämtern gewähren lässt, solange sie sich nicht grundsätzlich in seine ideologische Agenda einmischen.

Als aussichtsreicher Kandidat gilt Paulo Guedes, bislang Bolsonaros Wirtschaftsberater. Der ehemalige Banker Guedes hat erste richtige Signale gesendet. Er will notwendige Renten-, Haushalts- und Finanzreformen umsetzen. Auch weiteren Privatisierungen steht er offen gegenüber. Nähere Details sind dazu noch nicht bekannt.

Nach wie vor benötigt Brasilien dringend eine weitreichende Finanz- und Wirtschaftsreform, um das Wirtschaftswachstum zu erhöhen und die Schuldentragfähigkeit des Schwellenlandes sicherzustellen. Darüber hinaus sind Diversifizierungen von natürlichen Ressourcen, Investitionen in die Infrastruktur und die Bildung notwendig.




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