Grenzüberschreitender Vertrieb: BVI kritisiert Entwurf

Laut einer aktuellen Pressemitteilung wertet der deutsche Fondsverband BVI den Gesetzentwurf der EU-Kommission zum Abbau von Hürden im grenzüberschreitenden Vertrieb als enttäuschend. Der Entwurf ist Teil des Maßnahmenpakets der Kommission zur Vertiefung der Kapitalmarktunion.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung wertet der deutsche Fondsverband BVI den Gesetzentwurf der EU-Kommission zum Abbau von Hürden im grenzüberschreitenden Vertrieb als enttäuschend. Der Entwurf ist Teil des Maßnahmenpakets der Kommission zur Vertiefung der Kapitalmarktunion.

Statt Barrieren abzubauen, schaffe die Kommission mit dem Gesetzesvorschlag neue, heißt es seitens des BVI. Als Beispiel nennt der Verband die geplanten Voraussetzungen für die De-Registrierung eines Fonds in einem EU-Mitgliedsstaat. So soll ein Asset Manager seinen Fonds erst wieder vom Markt nehmen können, wenn dieser in dem betreffenden Land maximal zehn Anleger hat, die insgesamt weniger als ein Prozent des verwalteten Vermögens halten.

Damit würde der Entscheidungsspielraum für Asset Manager eingeengt, kritisiert der BVI, was der Intention zum Abbau von Hürden zuwiderlaufe. „Was die EU-Kommission nun als Entwurf vorgelegt hat, ist enttäuschend“, kommentiert Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. „Statt die Hürden im grenzüberschreitenden Vertrieb zu beseitigen, will die EU-Kommission im Rahmen der ESA-Reform lieber die ESMA mit mehr Kompetenzen ausstatten und die nationalen Aufsichtsbehörden entmachten.“

Ziel des Entwurfs ist es, die Fondsaufsicht auf die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zu verlagern. Dies soll zunächst nur für europäische langfristige Investmentfonds (ELTIFs), Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEFs) und Risikokapitalfonds (EuVECAs) gelten. Später könnten allerdings auch OGAWs und AIFs unter Aufsicht der ESMA fallen.

Kritiker sehen darin eine drohende Doppelaufsicht, denn die Fondsgesellschaften werden weiter von den nationalen Behörden kontrolliert.




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