Comeback für Schwellenländeraktien

Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass die Kurse von Schwellenländeraktien in diesem Jahr steigen könnten. Die Zinspolitik der USA und der steigende Wachstumsabstand unterstützen Schwellenländeraktien. Das niedrige Bewertungsniveau nach der Verkaufswelle 2018 könnte als Sprungbrett dienen. Zu den Risiken gehören eine drohende Rezession in den USA oder ein Konjunkturabschwung in China.

Eine Pause bei der Verschärfung der US-Geldpolitik, ein größer werdender Abstand zwischen den BIP-Wachstumsraten (Bruttoinlandsprodukt) der Schwellenländer und denen der Industrieländer sowie das niedrige Bewertungsniveau von Schwellenländer-Aktien könnten positiv sein für diese geschmähte Anlageklasse. Ein drohender Wachstumsrückgang in den USA oder gar eine längst überfällige Rezession oder Risiken für Chinas Wirtschaftswachstum infolge des anhaltenden Handelskriegs mit den USA bedrohen nach wie vor die Erholung der Aktienmärkte der Schwellenländer.

2018 war kein gutes Jahr für die Aktienmärkte, besonders in den Schwellenländern. Bei Betrachtung in Euro verloren globale Aktien 4,1 Prozent ihres Wertes, und Schwellenländer-Aktien verbuchten eine negative Rendite von über zehn Prozent. Angesichts der jüngsten Entwicklung an den Märkten stehen die Chancen für eine zukünftig solide Performance der Aktienmärkte der Schwellenländer jedoch recht gut.

Fed beeinflusst Schwellenländeraktien positiv

Die Geldpolitik in den USA beeinflusst Schwellenländeraktien in den USA positiv. Im Gegensatz zu den noch vor wenigen Monaten gemachten Äußerungen steht jetzt ein Ende der Verschärfung der US-Geldpolitik oder zumindest eine Pause zur Diskussion. Während der letzten drei Jahre erhöhte die Fed ihre Leitzinsen neun mal. Nun hat Fed-Chef Jerome Powell in seinen zuletzt gehaltenen Reden angedeutet, zu einer eher neutralen Geldpolitik wechseln zu wollen. Angesichts der aktuell wenig günstigen Marktbedingungen dürfte die Fed von weiteren Zinserhöhungen erst einmal Abstand nehmen. Der Zinsabstand zwischen den USA und etwa der Eurozone wird sich demnach nicht weiter vergrößern. Das bedeutet, dass der bereits überbewertete US-Dollar nicht unbedingt weiter aufwerten wird, denn die Attraktivität einer Währung hängt weitgehend von den Zinsabständen zu anderen Ländern ab. Das ist wichtig für die Aktienmärkte der Schwellenländer, da ein stärkerer US-Dollar oft mit einer eher schwachen Performance dieser Märkte einhergeht.

Der BIP-Wachstumsabstand spielt ebenfalls eine Rolle

Der Abstand zwischen dem BIP-Wachstum in den Schwellenländern und dem in den Industrieländern dürfte in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2016 wieder zunehmen. In der Vergangenheit trieb der Abstand zwischen den Wachstumsraten der Schwellen- und Industrieländer die Performance von Schwellenländeraktien maßgeblich, verglichen mit Aktien aus Industrieländern.




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