Das Ende von Trumps Komfortzone?

Die USA haben gewählt. John Vail, Globaler Chefstratege von Nikko Asset Management, kommentiert die Ergebnisse:

Die Demokraten haben bei der Auswahl ihrer Kandidaten für das Repräsentantenhaus einen guten Job gemacht: Viele von ihnen sind Frauen mit militärischem Hintergrund. Das Unterhaus wird fortan von den Demokraten kontrolliert, die Trump das Leben in den nächsten zwei Jahren schwer machen werden. Sie könnten Untersuchungen des Innenausschusses einleiten, die Trumps möglichen Verstrickungen (etwa in der Russland-Affäre) nachgehen und durchaus zu seiner Amtsenthebung führen könnten. Doch Druck dürfte ihm auch aus den eigenen Reihen entgegenschlagen, weil er wahrscheinlich einen deutlich loyaleren Justizminister ernennen wird.

Die Republikaner konnten ihre Mehrheit im Senat um mehrere Sitze ausbauen, was die Bestätigung von Richtern und Regierungsmitgliedern künftig erleichtert und es schwieriger macht, Trumps Vetos außer Kraft zu setzen. Sie macht auch eine Verurteilung Trumps weniger wahrscheinlich, sollte er vom Repräsentantenhaus angeklagt werden.

Die Chance, dass ein angeklagter, aber nicht verurteilter Präsident wiedergewählt wird, scheint unwahrscheinlich, aber in diesen ungewissen Zeiten nicht unmöglich. Doch in solch einer Situation würde Trump vielleicht gar nicht mehr antreten wollen. Auf jeden Fall wären die Chancen der Republikaner, 2020 erneut die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen, deutlich geschmälert. Ein Sieg der Demokraten könnte durchaus wieder zu höheren Steuern und mehr Unternehmens- und Umweltvorschriften führen.




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