Anzeige

Einheitliche Steuern für Indiens Wirtschaft

Die indische Regierung hat die Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax, GST) eingeführt. Das hat Folgen für die Volkswirtschaft. Avinash Vazirani, Fondsmanager des Jupiter India Select SICAV, sieht längerfristiges Potenzial mit positiven Auswirkungen.

Die indische Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax, GST) trat jüngst in Kraft. Obgleich es auf kurze Sicht zu Herausforderungen kommen kann, dürften die mittel- bis langfristigen Auswirkungen für die indische Volkswirtschaft positiv ausfallen.

Mit der neu eingeführten Steuer auf Waren und Dienstleistungen setzt die Modi-Regierung ihren Plan fort, das indische Finanzsystem zu modernisieren und zu rationalisieren. Ziel ist es, das komplexe System aus regionalen Steuern zu vereinfachen. Indien setzt sich aus 29 Bundesstaaten zusammen und vor Einführung der GST mussten indische Unternehmen jedes Mal, wenn sie Waren oder Dienstleistungen über die Bundesstaatsgrenzen verkaufen wollten, Steuern zahlen. Die GST wird nun insgesamt 17 Abgaben auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene ersetzen.(1) Aufgrund der Komplexität des vorherigen Systems war die Logistik sehr aufwändig und kostspielig. Inoffizielle Bestechungsgelder waren an der Tagesordnung. Folge davon war, dass die Logistikkosten in Indien mit 13 – 14 Prozent des BIP zu den höchsten weltweit zählten. In Brasilien, Russland und China liegen sie zum Vergleich durchschnittlich bei 9 – 10 Prozent und in den Industrieländern bei 7 – 8 Prozent des BIP.

Die GST ersetzt das alte Staat-für-Staat-System, womit Indien zum ersten Mal seit Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1947 ein gemeinsamer Markt sein wird.

Was bedeutet die GST in der Praxis?

Neben der Senkung der Logistikkosten für Unternehmen wird sich die GST auch auf den Steuersatz auswirken, den Verbraucher beim Kauf von Waren und Dienstleistungen zahlen müssen. Die Reform beinhaltet die Schaffung unterschiedlicher Steuerstufen. Diese reichen von gänzlichen GST-steuerbefreiten Stufen für Grundnahrungsmittel und Krankenhausrechnungen bis zum Höchstsatz von 28 Prozent für Unterhaltungselektronik und Kinotickets.

Unternehmen müssen ihre Steuererklärungen künftig elektronisch einreichen, was es erschweren wird, Steuern zu vermeiden. Jene Firmen, die die Steuerregelungen bereits einhalten, sind im Vorteil und wir denken, dass es zu einer Geschäftsverlagerung vom informellen Sektor zu diesen Unternehmen kommen wird.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bitte lasse dieses Feld leer.]

Bei unseren Lesern momentan beliebt