Europas Kreditmärkte blicken gespannt nach Rom

Italien ist das beherrschende Thema an den europäischen Kreditmärkten. Die Verhandlungen über den nächsten Staatshaushalt Italiens stehen an. Nachdem das Land die europäischen Finanzmärkte im Mai bereits negativ beeinflusst hat, machen sich viele Investoren auf einen turbulenten Herbst gefasst, so Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co.

Dass sich das Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone seit ihrem Höchststand 2017 indes leicht abgeschwächt hat, ist in diesem Zusammenhang eher kein Grund zur Sorge. Die Konjunkturlage ist weiterhin gut und die Wirtschaftsentwicklung liegt über dem Potentialwachstum. Alles deutet auf ein weiter stabiles Wachstum innerhalb der Eurozone hin.

Wenn da nicht Italien wäre. In der Tat dürften die dort bevorstehenden Haushaltsverhandlungen wahrscheinlich die Stimmung innerhalb der breiteren Eurozone kurzfristig beeinflussen. Die Volatilität wird deswegen vorerst ein steter Begleiter auf den europäischen Märkten bleiben, zumindest solange, bis der neue Haushaltsplan Ende des Monats vorgestellt wird.

In den kommenden Wochen werden deswegen einige Investoren lieber auf Nummer sicher gehen, während andere nach Chancen suchen. Der teils deutliche Anstieg der Renditen könnte allerdings ein Hinweis darauf sein, dass der Markt bereits einen Großteil des Risikos eingepreist hat. Dazu passt, dass die jüngsten Äußerungen aus Italien die Märkte wieder etwas beruhigen konnten.

Beim Blick auf das Bewertungsniveau haben sich die europäischen Kreditmärkte im Laufe des Sommers vergünstigt — was sie nun vor allem im Vergleich zu den US-Märkten wieder attraktiv erscheinen lässt. Dieses Bild könnte sich mit noch attraktiveren Bewertungen sogar noch weiter aufhellen, sollte der italienische Haushalt erfolgreich verabschiedet werden. Im Falles eines besonders konstruktiven Haushalts könnte der Markt sogar weiter anziehen.




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