Indonesien: Nur ein kurzer Schwächeanfall?

Indonesiens Märkte kranken: Besonders die massive Abwertung der einheimischen Währung in der letzten Woche trieb Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn. Ist der Inselstaat noch zu retten? Das in Singapur sitzende Asian Equity Team von Nikko Asset Management beobachtet die Entwicklungen seit vielen Jahren und ist sich sicher: Der Patient ist schon jetzt auf dem Wege der Besserung.

Die Aktien- und Währungsentwicklung Indonesiens der letzten Monate schürte Bedenken hinsichtlich des derzeitigen Leistungsbilanzdefizits und der Auswirkungen, welche die gestiegenen Zinssätze auf das Land haben könnten. Zwar sind wir davon überzeugt, dass die Indonesische Rupiah aufgrund der schwächeren Zahlungsbilanz des Landes eine der anfälligeren Währungen Asiens ist, aber die makroökonomischen Fundamentaldaten sind heute im Vergleich zu früheren Zeiträumen viel stärker. Unserer Meinung nach ergeben sich durch die derzeitige Schwäche mittel- bis langfristige Kaufgelegenheiten, insbesondere im Hinblick auf das solide Wachstum und die positive Entwicklung des Franchisings im Land.

Maßnahmen zur Stabilisierung der Rupiah

Dass die indonesische Zentralbank die Leitzinsen in den letzten Monaten um mehr als 100 Basispunkte angehoben hat, sehen wir als vorbeugende Maßnahme, um die Abflüsse aus der Rupiah zu stabilisieren. Die höheren Zinssätze verbessern zudem die relative Attraktivität Indonesiens, die zuletzt vor allem durch die globale Sorge beeinträchtigt wurde, dass die Zentralbank zu langsam auf die steigenden US-Zinssätze reagiert, um damit die Angst einer ‚Ansteckung‘ zu bekämpfen. Nach der Zinserhöhung verbessern sich aus unserer Sicht die fundamentalen Aussichten des Landes: Die realen Zinsdifferenzen gleichen nun denen anderer aufstrebender Schwellenländer wie Indien, was es wettbewerbsfähig und attraktiv macht. Die Inflation bleibt unter Kontrolle, wobei sie im Juni aufgrund günstiger Basiseffekte auf 3,1 % im Jahresvergleich nachgab.

Nach der scharfen Korrektur an den Aktien- und Devisenmärkten im Jahr 2018 ist unsere Bewertung Indonesiens zunehmend positiv, vor allem aufgrund der proaktiven Geldpolitik, der attraktiven Bewertungen und der relativ geringen ausländischen Beteiligung von Investoren.

Fundamentaldaten bessern sich

Zudem verbessern sich die makroökonomischen Fundamentaldaten nach einem schwachen ersten Halbjahr 2018. Auch die gestiegenen Staatsausgaben und Investitionen sowie eine Erholung des Konsums dürften zu einem stärkeren Potenzialwachstum beitragen.

Die Positionierung in Indonesien ist gering, wobei im ersten Halbjahr 2018 bedeutende Abflüsse aus dem Ausland zu verzeichnen waren, was in der Regel ein konträrer Kaufindikator ist. Dennoch erachten wir die wirtschaftlichen Reformen und die proaktive Ausrichtung des Landes als ein wichtiges Momentum. Die derzeitige Marktbewertung lässt außerdem eine Erholung im zweiten Halbjahr und eine Fortsetzung dieses Trends in 2019 vermuten.

Auch dürften die politischen Entscheidungsträger das Wachstum weiter stimulieren und sich auf eine Erholung der Binnennachfrage vorbereiten, was überdies die Erholung des Gewinnwachstums bis 2019 unterstützen dürfte.




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