Irrtum der Potentaten

Michael Beck vom Bankhaus Ellwanger und Geiger zufolge werden aggressiv agierende Staatschefs wie Trump, Erdogan oder Putin mit ihren Strategien früher oder später scheitern.

Auf internationalem Parkett agieren die Potentaten immer dreister. Der russische Präsident Putin bietet kurz nach der ukrainischen Präsidentenwahl allen Ukrainern an, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen (von der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion ganz zu schweigen), ein demokratisch gewählter US-Präsident hält seine Minister an, demokratische Instanzen und Gesetze zu ignorieren und der türkische „Sultan“ Erdogan erwirkt die Annullierung einer verlorenen Bürgermeister-Wahl in der wichtigen Stadt Istanbul mit fadenscheinigen Gründen.

Erdogan und Trump werden scheitern

Sowohl Trump als auch der türkische Präsident Erdogan werden wohl in nicht allzu ferner Zeit bemerken, dass ihre plumpe autokratische Beeinflussungspolitik zum Scheitern verurteilt ist. In der Türkei merkt die Bevölkerung dies schon in massiv steigenden Inflationsraten, in den USA werden die Auswirkungen der nationalistischen Politik erst mittelfristig sichtbar werden. Die neuerliche Eskalation im Zollstreit mit China verunsichert die Märkte zutiefst. Wobei die US-Unternehmen über die Steuerreform einen „Puffer“ haben, um die 25 Prozent höheren Kosten, die aus den von Trump angekündigten Zöllen erwachsen, wegzustecken.

Aggressive Strategie gegenüber Iran

Das Problem dabei ist, dass die Aktienmärkte den vollen Effekt der Steuerhalbierung eingepreist haben. Hinzu kommt die aggressive Sanktionsstrategie gegenüber dem Iran, der immer mehr zu einem möglichen militärischen Konflikt führt. Die Folgen für den Ölpreis und die negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind leicht ausrechenbar. Die Aktienmärkte reagierten bereits verschnupft und es ist zu hoffen, dass es sich bei dem erratischen Verhalten des US-Präsidenten nur um verhandlungstaktische Fehlleistungen eines Dealmakers handelt.

Der Aufstieg des Populismus, ob rechts oder links, mag fulminant sein, aber das wird nicht ausreichen, um die internationalen Finanzmärkte und demokratisch orientierte Mehrheiten in die Irre zu führen. Aber so, wie es aussieht, muss man ein gutes Quantum Geduld aufbringen.




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