Jokowi-Rallye in Indonesien?

Carl Vermassen von Vontobel zufolge antizipieren die Märkte eine Wiederwahl des amtierenden indonesischen Präsidenten Joko „Jokowi“ Widodo. Signifikante Marktbewegungen sind nur zu erwarten, wenn Jokowi sich mit einem Vorsprung von mehr als sieben Prozent durchsetzt.

Indonesien ist der größte Inselstaat und das Land mit der viertgrößten Bevölkerung weltweit. Morgen muss sich seine Demokratie bewähren. Mehr als 240.000 Kandidaten stellen sich den über 190 Millionen Wahlberechtigten den mehr als 20.000 Mandate zur Wahl. Nicht weniger als fünf Abstimmungen müssen dabei für die Ämter des Präsidenten und Vizepräsidenten, für das Unterhaus (DPR), den Regionalrepräsentantenrat und die lokalen Provinz- und Gemeinderäte durchgeführt werden. Doch die größte Aufmerksamkeit – auch aus Sicht der Märkte – gilt den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

Der amtierende indonesische Präsident Joko Widodo, auch bekannt als Jokowi, tritt gegen den ehemaligen General Prabowo Subianto für eine fünfjährige Amtszeit zwischen 2019 und 2024 an. Die Wahl kann daher auch als eine Wiederholung der Präsidentschaftswahl von 2014 angesehen werden, bei der sich Jokowi gegen seinen Kontrahenten Probowo durchsetzte.

Präsidentschaftswahl in Indonesien im Mittelpunkt

Bei den Parlamentswahlen werden wohl beide Parteien gut abschneiden. Das rückt die Präsidentschaftswahl noch stärker in den Mittelpunkt. Neueste Umfragen geben Jokowi einen Vorsprung von rund 18 Prozent, wobei nur sieben Prozent der Wähler noch unentschieden sind. Während es vereinzelte Hinweise dafür gibt, dass die Prabowo-Kampagne in letzter Minute in städtischen Gebieten eine starke Dynamik entwickelt hat, ist das wahrscheinlichste Szenario, dass Jokowi einen komfortablen – jedoch keinen deutlichen – Sieg erzielen wird.

Momentan antizipieren die Märkte einen moderaten Wahlsieg von Jokowi, so dass keine großen Reaktionen zu erwarten sind. Staatsanleihen in Lokalwährungen und Devisen könnten etwas zulegen, jedoch ohne größere Sprünge zu machen.

Anders sähe die Situation aus, sollte der diesjährige Wahlsieg deutlicher ausfallen als im Jahr 2014. Damals konnte Jokowi nur eine knappe Mehrheit von sieben Prozent erzielen. Das würde die Erwartungen an einen Bullenmarkt steigen lassen. In der Folge könnten Staatsanleihen in Lokalwährungen um 25 Basispunkte zulegen. Das würde der indonesischen Rupiah helfen, ihren diesjährigen Höchststand von 13.900 gegenüber dem US-Dollar übertreffen. Der Haupttreiber der Entwicklung der Währung ist eine rasche Auflösung der Währungsabsicherungsgeschäfte der Marktteilnehmer. Das liegt daran, dass diese sich momentan mehr auf kurzfristige Gewinnmitnahmen konzentrieren, als auf die langfristige Entwicklung der nationalen Leistungsbilanz. Auch die Bedenken bezüglich eines möglichen Einschreitens der Bank of Indonesia, um einem übermäßigen Erstarken der indonesischen Rupiah Einhalt zu gebieten, scheinen sie über Bord geworfen zu




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