Die neue Führung der Finanzmärkte

China erlebte seinen ersten Umbruch in den 1970er Jahren, doch ab Mitte der 2000er verlangsamte sich die Reformdynamik, das Wirtschaftsmodell war nicht mehr tragfähig. Jetzt forcieren neue Führungskräfte wie Präsident Xi den zweiten großen Wandel. Sind sie erfolgreich, verschieben sich die globalen Kräfteverhältnisse.

China erlebte seinen ersten Umbruch in den Jahren 1978/79. Zu dieser Zeit gab das Land das sowjetische Modell auf, öffnete seine Märkte und auch privatwirtschaftliche Unternehmen fanden ihren Platz. Ab Mitte der 2000er Jahre verlangsamte sich jedoch die Reformdynamik. Es wurde deutlich, dass Chinas Wirtschaftsmodell nach 1978 nicht mehr tragfähig war. Jetzt treibt eine neue Generation kompetenter und erfolgreicher Führungskräfte mit Präsident Xi an der Spitze den zweiten großen Wandel Chinas voran. Sollten sie dabei erfolgreich sein, werden sich die globalen Kräfteverhältnisse deutlich verschieben. Das Ausmaß dieser Veränderung wird dem Westen nun langsam bewusst.

Die westliche Berichterstattung über China konzentrierte sich in letzter Zeit auf das Schuldenproblem des Landes und seine Rückkehr zur Autokratie. Dabei handelt es sich nach unserer Auffassung um eine unzureichende Wiedergabe der tatsächlichen Entwicklung Chinas. Diese ist für Investoren jedoch sehr wichtig.

China als Werkbank der Welt

Nach 1978 war Chinas Wirtschaftsmodell geprägt von erheblichen staatlichen Investitionen in die Infrastruktur, die Schwerindustrie, den Immobiliensektor und das exportorientierte verarbeitende Gewerbe. Die Urbanisierung schritt außergewöhnlich schnell voran. Innerhalb von 30 Jahren wurde China zur „Werkbank der Welt” und stieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft auf. Allerdings konnte die hohe Wachstumsrate nur mit der Aufnahme von weiteren Schulden aufrechterhalten werden, was zu einem deutlichen Rückgang der Kapitalproduktivität führte.




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