Portugal: Friedlich und Wettbewerbsfähig

Portugal bemüht sich um Investoren aus dem Ausland. Tatsächlich haben nationale Branchen und ansässige Unternehmen Anlegern einiges zu bieten.

Portugal wird interessanter für führende internationale Konzerne, die hier gegenwärtig investieren. Dies basiert auf günstigen Bedingungen, mit denen das Land auch weitere ausländische Investoren anziehen will.  Viele Unternehmen haben ihre lokale Geschäftstätigkeit schon ausgeweitet oder das Land als Standort für neue Investitionen gewählt. Die staatliche Agentur für Investitionen und Außenhandel (Aicep) arbeitet mit nationalen Institutionen daran, diese Entwicklung weiter zu fördern. Sie wollen damit Arbeitsplätze für hochqualifizierte Arbeitnehmer schaffen, die Exporte steigern und die Bedingungen für Innovationen verbessern.

Kooperation schafft Mehrwert

Wichtiger als der Investitionswert ist aber der qualitative Fortschritt, den die neuen Projekte auslösen: Sie sind technologisch ausgereifter und stärker in Forschung und Entwicklung (F&E) verankert. Immer mehr Unternehmen kooperieren mit Universitäten und anderen Wissenszentren. Investoren ziehen Portugal als Standort für technologieintensive Branchen wie Automobil- und Maschinenbau oder den Luftfahrtsektor in Betracht. Im Jahr 2017 begannen mehrere Konzerne neue Investitionsvorhaben, darunter der deutsche Technologieriese Bosch, der Reifenhersteller Continental sowie der Softwareentwickler OutSystems mit Hauptsitz in den USA. Bosch ist ein gutes Beispiel für einen deutschen Konzern, der gemeinsam mit Universitäten an umfangreichen Forschungsprojekten arbeitet.

Die Investitionen in die exportorientierten Branchen Portugals verdoppelten sich im vergangenen Jahr und erreichten ein Rekordniveau. Das zeigt, wie schnell das Land an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt. Die meisten Direktinvestitionen kommen nach wie vor aus der Europäischen Union, vor allem aus Deutschland und Frankreich. Zwischen 2015 und 2018 konnte Aicep genauso viele Investitionen internationaler Anleger sichern, wie zuvor zwischen 2007 und 2014. Die Agentur konnte die Investitionsquote also verdoppeln.

Portugal wird wettbewerbsfähiger und fördert nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Laut der Publikation „Doing Business“ der Weltbank von 2017 gehört Portugal zu den 30 Ländern weltweit, die Unternehmen die besten Bedingungen bieten.

Portugiesische Hochschulen genießen einen guten Ruf

Eines der Argumente, die für Investitionen in Portugal sprechen, ist die Ausbildung der lokalen Arbeitskräfte. Sie werden in einem durchdachten Hochschul- und Forschungssystem ausgebildet und stehen Innovationen aufgeschlossen gegenüber. Unsere Hochschulen genießen in den Bereichen Technik sowie Betriebs- und Volkswirtschaft einen guten Ruf. In einem Ranking der Financial Times werden drei portugiesische Business Schools zu den besten Europas gerechnet. Das Know-how portugiesischer Ingenieure ist einer der Gründe, weshalb sich Investitionen in Portugal lohnen. Ihre Kompetenzen helfen dem Land dabei, in der Wertschöpfungskette aufzusteigen und Hightech-Projekte zu realisieren. Junge Portugiesen sprechen in der Regel zwei oder mehr Fremdsprachen. Das verdeutlicht ihre Bereitschaft, in verschiedenen Branchen und Märkten zu arbeiten. Sie sind gut ausgebildet und flexibel. Mit ihren Qualifikationen sind sie mittlerweile wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens als die meisten Kostensenkungsmaßnahmen.

Ein weiterer Pluspunkt für Portugal ist seine strategisch günstige Lage. Das Land dient als europäisches Sprungbrett zu den Atlantik-Anrainerländern in Nord- und Südamerika und Afrika. Außerdem fungiert es als Tor zur Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) mit mehr als 250 Millionen Verbrauchern. Auch die Infrastrukturen für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) sowie Logistik sind gut ausgebaut. Darüber hinaus gibt es viele Einrichtungen, Zulieferer und Unternehmen, die in ihren jeweiligen Bereichen Maßstäbe setzen. Sie legen großen Wert auf Forschung, Entwicklung und Innovation. Dazu gehört auch eine neue Generation vielversprechender Start-ups. In Lissabon findet der Web Summit statt, eine der weltweit größten Technik-Konferenzen. Die Veranstaltung hat Portugal als Technologiestandort bekannt gemacht. Inzwischen sind auch Investoren im Hightech-Bereich auf Portugal aufmerksam geworden.

Nachfrage nach Fördergelder steigt

Für ehrgeizige Start-ups in der Scale-up-Phase kann das Land also ein Sprungbrett darstellen, besonders da Portugal Fördermittel und Anreize bietet, die unter anderem die Schaffung von Arbeitsplätzen begünstigen. Auch Aicep bietet Steuervergünstigungen und Darlehen aus den EU-Kohäsionsfonds für Investoren, die ausschließlich exportorientierte Unternehmen finanzieren. Die Nachfrage nach Förderungen im Bereich Forschung und Entwicklung steigt und das Jahresvolumen der finanzierten Projekte verdoppelte sich zuletzt. Dabei ist eine weit größere Zahl an Vorhaben noch in Vorbereitung. Das Fördervolumen entspricht aktuell einem Wert von über 500 Millionen Euro und ist damit doppelt so hoch wie der Gesamtwert der Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die die Agentur im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 unterstützt hat.




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