Profit mit Handelskrieg

Fünf Aspekte sprechen dafür, dass Marktschwankungen und makroökonomische Turbulenzen die Investitionschancen verzerrt darstellen, die innovative chinesische Unternehmen aus einer Bottom-Up-Perspektive betrachtet bieten. Der aktuelle Handelskrieg könnte diese Unternehmen für Investoren sogar noch interessanter machen.

Während sich viele Marktbeobachter bei der Analyse der Investitionschancen in China auf makroökonomische Daten und die BIP-Entwicklung (Bruttoinlandsprodukt) stützen, übersehen sie trotzdem die größeren Zusammenhänge. Die folgenden langfristigen Faktoren werden sich positiv auf die Innovationsfähigkeit und die langfristige Perspektive von gut geführten chinesischen Unternehmen auswirken, jedoch gibt es einen weiteren Faktor, der bislang noch nicht im allgemeinen Fokus steht. China könnte von dem Handelskrieg mit den USA profitieren.

Der Versuch, China mit lediglich einer einzigen Kennzahl zu erfassen, insbesondere, wenn es sich dabei um die BIP-Wachstumsrate handelt, könnte das Bild etwas verzerren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass China ein großes Land ist. Primärstädte weisen vollkommen andere Merkmale auf als Sekundär- und Tertiärstädte oder die ländlichen Regionen. Es gibt einen effektiveren Ansatz: Die Betrachtung einzelner chinesischer Unternehmen aus einer fundamentalen Bottom-Up-Perspektive.

Die wesentlichen Faktoren für den langfristigen Erfolg am Aktienmarkt sind in China die gleichen wie überall auf der Welt: Wachstumspotenzial, Unternehmensqualität, Geschäftsdynamik und Unternehmensbewertung. Makroökonomische Faktoren spielen zwar auch eine Rolle, doch können Marktturbulenzen kurzfristig zu einer erhöhten Volatilität führen. Es folgen fünf Entwicklungen dar, die eine längerfristige Einschätzung des chinesischen Marktes ermöglichen und sich nicht von tagesaktuellen Störgeräuschen leiten lassen.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Eines der Kernelemente für Chinas Zukunft sind Innovationen. Derzeit investiert China weltweit die höchsten Summen in Forschung und Entwicklung (F&E). Die F&E-Ausgaben als Prozentsatz des BIP liegen über dem Durchschnitt der Eurozone. Außerdem ist die Zahl der Patentanmeldungen in allen Bereichen äußerst bemerkenswert. Die entwickelten Produkte finden zahlreiche Abnehmer auf dem chinesischen Markt. Im Land gibt es viele Verbraucher, deren Wohlstand immer mehr zunimmt.

Gleichzeitig hat China effiziente Lieferketten. Das Logistiknetz und die Infrastruktur im Land ermöglichen es diesen innovativen Unternehmen, ihre Produkte landesweit zu vertreiben. Gleichzeitig gibt es Privatkapital im Überfluss, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass die Kapitalmärkte in China immer noch nicht vollständig offen sind. Die Nachfrage inländischer Investoren nach Investitionsgelegenheiten in China nimmt stetig zu. Dies wird durch eine Reihe von Maßnahmen unterstützt, die von der chinesischen Regierung in den vergangenen zehn Jahren ergriffen wurden.

Stabilisierung der Unternehmensverschuldung

Viele Investoren haben nach wie vor Bedenken angesichts Chinas hoher Verschuldung, die insbesondere auf konjunkturfördernde Maßnahmen zurückzuführen ist. Dabei hat sich der Verschuldungsgrad der Unternehmen stabilisiert und ist teilweise sogar gesunken. Darüber hinaus hat der Anteil notleidender Bankkredite nicht zugenommen.




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