Rückenwind durch Rohstoffrallye

Fran Rodilosso, CFA, Head of Fixed Income ETF Portfolio Management bei VanEck, kommentiert die Auswirkungen der Erholung an den Rohstoffmärkten auf in Lokalwährungen begebene Schwellenländeranleihen.

Viele Anleger fragen sich derzeit, ob sie mit einem Engagement in Schwellenmärkte von der Erholung an den Rohstoffmärkten profitieren können. Denn gemeinhin werden den Rohstoffpreisen und den Renditen für Schwellenländeranleihen, die in Lokalwährungen begeben werden, eine hohe Korrelation nachgewiesen. Da sich die Rohstoffpreise seit Anfang 2016 in einer stetigen Aufwärtsentwicklung befinden und seitdem etwa 40 Prozent im Plus liegen, bietet sich eine historische Analyse an.

Doch was steckt hinter der Korrelation?

Zieht man als Vergleichsgröße den Ölpreis heran, ergibt sich beispielsweise für die im J.P. Morgan GBI-EM Global Core Index vertretenen Schwellenländerwährungen kein einheitliches Bild. Bei Währungen von Ölexporteuren wie Russland und Kolumbien war in den vergangenen fünf Jahren eine hohe Korrelation mit dem Ölpreis zu beobachten. Der Korrelationskoeffizient lag hier jeweils über 0,6. Die übrigen 16 im Index vertretenen Währungen weisen für denselben Zeitraum eine schwächere Korrelation auf. Angesichts der Tatsache, dass Erdöl-Nettoimporteure aktuell mehr als die Hälfte des Indexvolumens ausmachen, dürfte diese Tatsache aber kaum überraschen.

Ein moderater Korrelationskoeffizient von 0,3 zwischen der Gesamt-Indexperformance und dem Ölpreis spiegelt wider, wie heterogen die einzelnen Volkswirtschaften innerhalb des J.P. Morgan GBI-EM Global Core Index sind. Trotz der seit 2016 steigenden Rohstoffpreise waren für die Renditen von in Lokalwährungen begebenen Schwellenländeranleihen in den vergangenen fünf Jahren eher die lokale Zinsentwicklung als Währungsaufwertungen ausschlaggebend.

Auch wenn die Korrelation zwischen der Rendite von Lokalwährungsanleihen und den Rohstoffpreisen je nach Volkswirtschaft unterschiedlich stark ausgeprägt ist: Der insgesamt moderate Korrelationskoeffizient zwischen dem J.P. Morgan GBI-EM Global Core Index und dem Ölpreis spricht dafür, dass eine anhaltende Rohstoffrallye in Lokalwährung begebenen Schwellenländeranleihen Auftrieb verleihen könnte.




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