Ebenfalls interessant sind Immobilienaktien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und speziell aus Dubai. Durch die Kopplung ihrer Währung an den US-Dollar importie­ren die VAE im Grunde die amerikanische Geldpolitik. Vor diesem Hintergrund kam es zu einem Über­angebot an Immobilienobjekten, wodurch die Preise ebenso wie die Kurse von Immobilienaktien erheb­lich unter Druck gerieten. Durch die veränderte Haltung der amerikanischen Fed verbessert sich die Liquiditäts­situation in Dubai. Wir gehen davon aus, dass die äußerst attraktiven Bewertungen der Immobilien­aktien eine starke Performance dieser Titel ermöglichen werden.

Mexiko sí, Brasilien não

Ausgesprochen hoch bewertet erscheinen für den Fondsmanager dagegen zurzeit brasilianische Aktien angesichts des nach wie vor schleppenden Wirtschaftswachstums. Offenbar hegt der Markt sehr positive Erwartungen für die politische Entwicklung des Landes und rechnet mit einer Reform der Renten- und Sozialversicherung. Ganz anders ist die Situation in Mexiko, wo Aktien im langfristigen Vergleich eher billig erschienen, obwohl die mexikanische Wirtschaft relativ gut dasteht. Die Marktteilnehmer beurteilen das politische Umfeld in dem Land demnach extrem negativ. Da wir weder in Brasilien noch in Mexiko revolutionäre politische Veränderungen erwarten, haben wir eine klare Präferenz für Mexiko. Auch hier richtet sich unser Interesse vornehmlich auf Bereiche, die von der Binnennachfrage abhängig sind.

Etwas anders liegen die Dinge in China. Dort war die Geldpolitik in den letzten 18 Monaten ebenfalls deutlich restriktiver. Das war keine direkte Folge der Zinserhöhungen in den USA. Doch die Stärke des US-Dollars setzt den chinesischen Renminbi unter Druck. Das schränkt auch den Handlungsspielraum der People’s Bank of China ein. Die Konjunkturindikatoren in der Volksrepublik zeichnen nach wie vor ein nicht sehr erfreuliches Bild. Zusätzliche stimulative Maßnahmen, am besten in Form einer Ankurbelung der Kreditnachfrage, könnten dafür sorgen, dass Chinas Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt. Dieser Punkt kann jetzt erreicht sein.

Die für Januar gemeldete Gesamtkreditnachfrage („All-System Financing“) sowohl im langfristigen Vergleich als auch gemessen an den Erwartungen war sehr hoch. China könnte insofern im Laufe dieses Jahres zu einem interessanten Revier für Anleger werden, auch wenn seine Börse nicht direkt von der Rückkehr der Fed zu einer vorsichtigeren Geldpolitik profitiert. Wichtig ist wegen der gewal­tigen Dimensionen des chinesischen Finanzsystems, dass die monatlichen Stimuli noch einige Zeit einen beträchtlichen Umfang haben müssten, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.




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