Überholt Malaysia Südkorea?

Südkoreas Wirtschaft dürfte auf absehbare Zeit weiter wachsen, doch einige Faktoren trüben ihre Wachstumsaussichten. Malaysia könnte Südkorea dank stabiler Exporte überholen.

Seit nunmehr zwanzig Jahren verzeichnet Südkorea regelmäßig einen Leistungsbilanzüberschuss, 2017 gehörte dieser sogar zu den fünf größten weltweit. Die Entwicklungen, die dazu führten, lassen sich auch in Malaysia beobachten. Das ostasiatische Land ist auf der Überholspur – und dürfte Südkorea schon bald hinter sich lassen. Dafür sprechen mehrere Argumente.

Südkoreas beträchtlicher Leistungsbilanzüberschuss hängt eng mit dem heimischen Nettosparvermögen zusammen, das angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung stetig anwächst. Das Land verdankt den jahrelangen Handelsbilanzüberschuss auch seinem relativ diversifizierten Handelsprofil. Neben Automobilen und Stahlprodukten sind Halbleiter zu einem der wichtigsten Exportgüter avanciert. Durch die Exportabhängigkeit wirken sich der globale Technologiezyklus und der Absatz von Smartphones besonders stark auf die Handelsbilanz aus. Aufgrund der alternden Bevölkerung und des diversifizierten Handels, dürfte Südkorea auch in absehbarer Zukunft weiterhin einen Leistungsbilanzüberschuss aufweisen. Die demografisch bedingten Einsparungen und die zurückgehenden Investitionsmöglichkeiten trüben jedoch die Wachstumsaussichten des Landes.

Exporte: Malaysia weniger volatil als in Südkorea

Auch Malaysia weist seit der Asienkrise einen Leistungsbilanzüberschuss auf und der Handel wird ebenfalls empfindlich vom weltweiten Technologiezyklus beeinflusst. Doch im Gegensatz zu Südkoreas Exportwirtschaft, die generell stärker vom Smartphone-Zyklus abhängig ist, unterliegen die malaysischen Ausfuhren einer geringeren Volatilität. Rohstoffe wie Palmöl, Flüssigerdgas und Kautschuk machen etwa 17 Prozent der Gesamtausfuhren aus. Malaysia ist das einzige asiatische Land, das Nettoexporteur von Erdöl ist. Zugleich ist es wiederum Nettoimporteur von Erdölprodukten. In Zeiten steigender Ölpreise ist es nach wie vor das widerstandsfähigste Land des Kontinents. Mit 37 Prozent bilden elektrische und elektronische Produkte (E&E) das Groß der malaysischen Exporte. Dazu gehören neben Halbleitern auch Platinen, audiovisuelle Produkte, Computer, Laufwerke und Zubehör.

Da Malaysias Leistungsbilanzsaldo zwischen Rohstoffen und E&E diversifiziert ist, rechnen wir weiterhin mit einem stabilen Überschuss, was die allgemeine wirtschaftliche Stärke des Landes reflektiert.




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