Vier pessimistische Fakten über Venezuela

Raphael Marechal, Senior Portfolio Manager ‚Emerging Market Debt‘ bei Nikko Asset Management, sieht die Lage in Venezuela sehr pessimistisch. Vier kurze Aspekte, die die Instabilität des Landes zusammenfassen.

Die Situation Venezuelas verschlechtert sich momentan sehr rapide und es ist schwierig, auf kurze Sicht eine positive Entwicklung zu prognostizieren. Für diese pessimistische Einschätzung gibt es aus seiner Sicht mehrere Gründe:

1. Die Inflation dürfte 2017 über 2000 % betragen und bis Mitte 2018 einen Wert von 10000 % erreichen. Die Wirtschaft ist in den letzten fünf Jahren um 30 % geschrumpft. Eine weitere Schrumpfung um 10 % ist in diesem Jahr wahrscheinlich.

2. Der Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA), dem größten Öl-Exporteur Venezuelas, fehlt es einerseits an Anlagegeldern, andererseits an personellen Ressourcen, da das Management-Team durch militärisches Personal ersetzt wurde. Infolgedessen dürfte die Produktion in den kommenden drei Jahren um mehr als 50% gekürzt werden. Der Rückgang der Ölproduktion wurde durch die indirekten Auswirkungen der US-Sanktionen auf die in den USA ansässigen Joint-Ventures von PDVSA sogar noch verstärkt.

3. Venezuela versuchte verzweifelt, sich selbst durch die eigene souveräne Kryptowährung Petro zu finanzieren. Bislang ist dies allerdings von wenig Erfolg gekrönt, da es wenig Beweise dafür gibt, dass die Ölfelder, welche die Währung stützen, zurückgefordert werden können. Zudem wäre es extrem schwierig, den Petro im Rahmen laufender US-Sanktionen in eine harte Währung umzuwandeln.

4. Nicolás Maduro wurde am 20. Mai als Präsident wiedergewählt, doch die Gültigkeit der Wahl wurde von der G7 und der EU stark angezweifelt. Dies dürfte die Abwanderung der venezolanischen Bevölkerung aus dem Land zusätzlich beschleunigen.




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