6 goldene Regeln für Anleihen

Die Anleiherenditen stiegen zuletzt nicht so stark wie erwartet. Doch nach wie vor sollte kein Anleger, der laufende Erträge will, auf Anleihen verzichten – davon ist Chris Iggo, CIO von AXA Investment Managers (AXA IM), überzeugt.

Niveau und Richtung der Anleiherenditen hängen vom langfristigen Wirtschaftswachstum ab. Für den Fixed-Income-Experten erklärt das die derzeit hartnäckig niedrigen Renditen – zumindest zu einem großen Teil. Durch die sich anhaltend bessernde Konjunktur dürften sowohl das nominale BIP-Wachstum als auch die Anleiherenditen nicht mehr weiter fallen. Dennoch sollten Anleger jetzt keinen starken Renditeanstieg erwarten.

Zwar sprächen das erwartete weltweit synchrone Wachstum, die Aussicht auf höhere Staatsausgaben in den USA, die geplante restriktivere Geldpolitik der Fed und mehr Inflation für höhere Renditen. Wenn aber das nominale Wachstum langfristig nicht steigt, dürften auch die Renditen nur begrenzt anziehen.

Investoren sollten seiner Ansicht nach darüber nachdenken, was die Anleihemärkte heute bereits zu bieten haben – und wie sie sich in Zukunft aufstellen können: Wichtig sind Kapitalerhalt, laufende Erträge, Chancen auf attraktive Gesamterträge und Diversifikation für den Fall, dass das aktiengetriebene Wachstum enttäuscht. Anleihen können des Anlegers bester Freund sein.

Die sechs folgende goldene Regeln des Experten sollen Anlegern helfen, mit Anleihen laufende Erträge zu erzielen.

1. Realistische Ziele setzen

Was die richtige Strategie für einen Anleger ist, hängt von seiner Risikobereitschaft ab. Diese bestimmt den maximalen laufenden Ertrag in seinem Anlagezeitraum. Als erstes muss man sich für einen Investmentansatz entscheiden. Dieser sollte sich nach einem realistischen Ziel für den laufenden Ertrag richten – und danach, wann der Anleger das investierte Kapital wieder benötigt.

Darüber hinaus sei der Anlagezeitraum wichtig für die Durationsentscheidung. Können Sie zehn Jahre auf Ihr Kapital verzichten, oder brauchen Sie es schon in sechs Monaten zurück? Davon hängt ab, wie volatil Ihre Anlage im Verhältnis zum benötigten laufenden Ertrag sein darf.

2. Diversifikation der Renditequellen

Diversifikation der laufenden Erträge kann bedeuten, in alle möglichen Assetklassen zu investieren: in Staats- und Investmentgrade-Anleihen ebenso wie in High Yield aus Industrieländern und Emerging Markets weltweit. Weitere Möglichkeiten sind Infrastrukturanleihen und REITs.

Diversifikation könne auf Assetklassen- und Einzelwertebene stattfinden. Ein gut diversifiziertes Anleihenportfolio kann 100 bis 120 Einzelpositionen enthalten, mit Anleihen aus Sektoren mit einem besonders guten Risiko-Ertrags-Profil. Zurzeit sind das Emerging-Markets-Anleihen, High Yield und Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor.

Die Weltwirtschaft wachse jetzt seit geraumer Zeit, so dass in den nächsten fünf Jahren mit einem gewissen Abschwung zu rechnen sei. Mit einem gut diversifizierten Anleihenportfolio kann man Verluste begrenzen, wenn es dazu kommt.

Ein weiteres Risiko für Investoren sei die Inflation. Für Anleger, die verhindern wollten, dass ihre Erträge von der Inflation aufgezehrt werden, seien inflationsindexierte Anleihen eine wichtige Assetklasse: Diversifikation ist unabdingbar. Man sollte nicht zu konzentriert anlegen. Wenn mit einer Position etwas schiefläuft, sind die Folgen für das Gesamtportfolio nicht so gravierend. Um in allen Bereichen gut diversifiziert zu sein, braucht man eine Vielzahl von Einzelpositionen.




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