Auch 2018 auf zyklische Werte setzen

Auch wenn das Jahr noch jung ist, zeichnet sich bereits jetzt ab, bei welchen Sektoren man genauer hinschauen sollte, um gute Unternehmen für die aktuelle Marktphase herauszufiltern. Ein Kommentar vom DJE Analystenteam.

Für 2018 empfiehlt es sich – wie 2017 – zunächst noch auf zyklische Werte zu setzen, denn die DJE-Top-down-Analyse spricht für eine vorerst anhaltend gute Konjunktur und damit eine weiterhin zyklische Positionierung.

Öl- und Gassektor

Jüngste Empfehlungen des DJE-Researchteams und Neukäufe in den Portfolios kommen unter anderem aus dem Öl- und Gassektor. Hier sind attraktive Bewertungen zu finden, unabhängig davon, dass der gestiegene Ölpreis gerade Rückenwind gibt. Ölwerte gelten generell als defensiv und mit dem Kauf von integrierten, globalen Konzernen ist die Abhängigkeit vom Ölpreis überschaubar. Der schwache Ölpreis in den vergangenen Jahren zwang die Konzerne zu einer erhöhten Kostendisziplin, die sich jetzt auszahlt. Dadurch sind auch nachhaltige Dividendenrenditen von stellenweise mehr als 5 Prozent möglich.

Rohstoffe – Edelmetalle

Auch im Rohstoffbereich gibt es vielversprechende Entwicklungen. Wie beim Ölsektor wirkt sich auch hier zeitverzögert aus, dass Kostenstrukturen angepasst und Investitionen in neue Kapazitäten in den vergangen Jahren gesenkt wurden. Niedrigere Produktionskosten und Angebotsdisziplin fallen zusammen. Durch die Elektrifizierung der Automobilindustrie erfährt die Nachfrage nach Rohstoffen wie Lithium, Cobalt, Nickel und Kupfer zusätzlich einen positiven Impuls. Obwohl die zunehmende Elektromobilität inzwischen allgegenwärtig diskutiert wird und die Rohstoffpreise wieder steigen, ist die Gewichtung des Sektors in den Portfolios der internationalen Fondsmanager sehr gering.

Mit Blick auf die genannten Sektoren ist gerade der Markt in Großbritannien interessant. Denn 20 Prozent der dortigen Marktkapitalisierung entfallen auf diese Segmente. In den USA dagegen sind es nur etwa 7 Prozent. Mit etwas Zeithorizont kann aus antizyklischer Perspektive der Markt in Großbritannien interessant sein. Ähnlich wie Hongkong vor zwei Jahren ist dieser Markt heute günstig bewertet und dazu aufgrund der Brexit-Thematik noch weitgehend unbeliebt. Für fundamental orientierte Anleger bietet diese Konstellation einen guten Ausgangspunkt.

Gesundheitssektor

Aber auch in weniger konjunktursensiblen Branchen bieten sich antizyklische Chancen. Im Gesundheitssektor liegt zum Beispiel Potenzial. Nachdem im vergangenen Jahr vor allem US-Pharmaunternehmen attraktiv waren, rücken nun auch europäische Titel aus dem Gesundheitssektor selektiv in den Fokus. Anleger hatten mit diesen Werten seit 2015 wenig Freude. Inzwischen hat sich die hohe Bewertung relativiert. Das bietet die Möglichkeit, an stabilen Geschäftsmodellen zu partizipieren ohne am Bewertungshoch einzusteigen.

Finanzdienstleister, Banken, Versicherungen

Auch zu empfehlen sind die Finanzdienstleister. Investoren suchen nach Anlagealternativen. Hiervon profitieren traditionelle Asset Manager, ETF-Anbieter, aber auch Privat-Equity-Häuser. Gleichzeitig unterstützt die Regulierung große Anbieter, und der Trend zu passiven Produkten ist ungebrochen. Auch wenn das Haus DJE vom Mehrwert des aktiven Managements überzeugt ist, ist es lohnenswert, sich den ungebrochenen Trends der passiven Produkte nicht zu verschließen. Ein weiteres wichtiges Thema für Finanzdienstleister ist das bargeldlose Bezahlen, welches sich mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren durchsetzen wird. Auch vor dem Hintergrund möglicherweise steigender Zinsen sollte man Finanzdienstleister sowie Banken und Versicherungen im Blick haben.




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