Der moderne Sammler

Der Kunst- und Sammlermarkt sowie der Lebensstil vermögender Privatkunden ändern sich mit den gesellschaftlichen Trends. Davon betroffen sind auch die Ansprüche an Kunst- und Spezialversicherungen.

Bei Gesprächen mit Kunden und Partnern, aber insbesondere, als kürzlich die European Fine Art Fair (TEFAF) in Maastricht ihre Tore öffnete, bietet sich zunächst ein vertrautes Bild: Wie in jedem Jahr drängten auch diesmal die Kunst- und Sammlungsinteressierten erwartungsfroh auf die Vernissage. Von vermeintlicher Krise keine Spur: Die Prognose für den Kunstmarkt ist weiterhin positiv, allerdings verändern sich Präferenzen, Motive und anscheinend auch der Handel.

Auktionshandel stagniert

Interessant ist der Blick auf die beiden kürzlich erschienenen Studien „Art Market Report TEFAF“ und „The Art Market 2017“ von der ART Basel. Obwohl die Studien auf unterschiedlichen Datenerhebungen beruhen, bestätigen sie den gleichen Trend: die deutlichen Einbußen im Auktionsmarkt. Von den ermittelten Rückgängen der Auktionshäuser profitierte in erster Linie der Kunsthandel. Die Umsätze aus Privatverkäufen stiegen weltweit – teilweise prozentual zweistellig. Marktexperten erklären diese Entwicklung damit, dass sich immer weniger Käufer dem unsicheren Ausgang und der Vorgehensweise bei einer Auktion aussetzen wollen. Im Gegensatz dazu steht der Privathandel, wo die Preise und auch die Informationen rund um die Werke in aller Ruhe diskutiert werden können. Dies gilt auch für Verkäufe im Hochpreissegment, ab einer Million US-Dollar pro Transaktion. Ob die globale Verschiebung Auswirkungen auf die Bewertung des gesamten Kunstmarktes hat, ist noch nicht abzusehen. Allerdings profitieren Versicherer von transparenten Marktdaten, die über Jahre gesammelt werden. Dieses Wissen ist für die Einschätzung von Versicherungswerten eine Referenz neben weiteren Daten und Einschätzungen. Auch wenn es zu einem Werk häufig keine öffentliche und voll umfängliche Preishistorie gibt, können Experten aufgrund ihrer Erfahrung und Datenbanken den Wert näherungsweise ermitteln. Inwieweit die aktuelle Entwicklung dies erschwert, bleibt abzuwarten.

So können auch leichter Antworten auf globale Trends gefunden werden. Einer davon ist der wachsende Markt für vermögende Privatkunden, sogenannte High Net Worth Individuals (HNWIs) beziehungsweise Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs). Dazu zählen Personen mit einem verfügbaren Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar (HNWIs) beziehungsweise von mehr als 30 Millionen US-Dollar (UHNWIs). Die Zahl der vermögenden Privatiers stieg allein in 2015 um knapp fünf Prozent. Insgesamt geht man weltweit von 15,4 Millionen (U)HNWIs aus. Die größten Märkte sind die USA, danach folgen Japan, Deutschland, China und Großbritannien. Erwartet wird für die nächsten zehn Jahre ein Vermögenswachstum in dieser Zielgruppe von circa acht Prozent pro Jahr. Bereits Ende 2016 vereinte diese Gruppe rund 23 Prozent des globalen Vermögens auf sich. Damit steigt auch der Bedarf nach Prävention und Absicherung gegen verschiedene Risiken, die (U)HNWIs sind für Versicherer deshalb eine interessante Zielgruppe.




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